Deutscher Architekturpreis 2017

Preis geht an Plusenergiehaus-Schule in Diedorf

25.05.2017

Der mit 30.000 Euro dotierte Deutsche Architekturpreis (DAP) geht in diesem Jahr an die Arbeitsgemeinschaft Hermann Kaufmann ZT und Florian Nagler Architekten, die den Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf in Bayern entwarfen. „Das klug und feinsinnig gestaltete Gebäude findet auf die wesentlichen ästhetischen, funktionalen und prozessualen Fragestellungen der Architektur durchweg überzeugende Antworten,“ so die Jury.

Quelle: AG Hermann Kaufmann ZT und Florian Nagler Architekten, Fotograf Stefan Müller-Naumann

Der Staatsbaupreis wird alle zwei Jahre seit 1971 für herausragende baukulturelle Leistungen vergeben. Die Jury unter Vorsitz von Prof. Markus Allmann vergab zudem vier Auszeichnungen und sprach sechs Anerkennungen aus.

Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks: „Der Schulbau bleibt in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für Land und Stadt – ob Sanierung oder Neubau. Die angespannte Haushaltssituation vieler Kommunen erfordert dabei langfristig tragfähige Konzepte. Der Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf ist als Modellprojekt für ein Plusenergiehaus ein beeindruckendes Beispiel für zukunftsweisende nachhaltige Architektur. Hier werden offene Lernlandschaften umgesetzt, die das neue pädagogische Konzept der Schule ausgezeichnet befördern. Dank des hohen Vorfertigungsgrades konnte das Gymnasium als Holzskelettbau kostengünstig und schnell errichtet werden. Ich gratuliere den Preisträgern und danke den Bauherren für Ihr Engagement.“

Ressourcenschonendes Plusenergiehaus

Das preisgekrönte Schmuttertal-Gymnasium Diedorf, das im Auftrag des Landkreises Augsburg gebaut wurde, ist als ressourcenschonendes Plusenergiehaus in Holzskelettbauweise errichtet und in seiner architektonisch-pädagogischen Gestaltung zukunftsweisend. Von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde das innovative Schulprojekt mit 1,1 Millionen Euro gefördert.

Die Jury hatte den Preisträger unter insgesamt 160 Einreichungen auszuwählen. Die Jury vergab weitere vier Auszeichnungen mit jeweils 4.500 Euro Preisgeld und sechs Anerkennungen mit je 2.000 Euro.

Denkanstöße zur Nachverdichtung und Transformation

Die große Bandbreite der Einreichungen zum DAP 2017, von Neubau, Modernisierungs- bis hin zu Sanierungsprojekten beeindruckte die Jury. Neben Wohnungs- Bildungs-, Kultur- und Verwaltungsbauten überzeugten auch Projekte, die interessante Denkanstöße zur Nachverdichtung und Transformation des gebauten Raumes geben und die gesellschaftliche Auseinandersetzung im Sinne der Nachhaltigkeit fördern.

Seit 2011 und damit bereits zum vierten Mal wurde der Staatspreis für Architektur gemeinsam durch das Bundesbauministerium (BMUB) und die Bundesarchitektenkammer e.V. (BAK) ausgelobt. Das Wettbewerbsverfahren wurde vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) durchgeführt. Erstmals konnten auch Projekte eingereicht werden, die im Namen der Bundesrepublik Deutschland oder überwiegend aus Zuwendungsmitteln des Bundes im Ausland fertiggestellt wurden.

Die feierliche Preisverleihung durch Bundesbauministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, findet am 26. Juni 2017 in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin statt.

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