Probleme des Münchner Wohnungsmarktes
Der Anstieg der Privathaushalte, die als Nachfrager für Wohnraum auftreten, war in München in den vergangenen 20 Jahren deutlich stärker, als die Anzahl der jährlich fertiggestellten Wohnungen. Angesicht der hohen Nachfrage, die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise noch verstärkt wurde, da viele Kapitalanleger ihr Geld per Immobilienkauf sichern wollten, stiegen die Kauf- und auch die Mietpreise in der bayerischen Landeshauptstadt.
Abgesehen vom Anstieg der Baufertigstellungszahlen zwischen 2004 und 2006, der sich lediglich aus den Nachmeldungen der vergangenen Jahre ergab, entwickelte sich die Bautätigkeit in München tendenziell rückläufig, auch wenn es 2011 einen deutlichen Anstieg gab. Wurden im Jahr 1993 noch 6.631 Wohnungen errichtet, ging der Wert bis 2010 auf 3.641 und somit um etwa -45,0 % zurück. 2011 wurden insgesamt 5.570 Wohnungen fertig gestellt. Die Zahl der Privathaushalte verzeichnete zwischen 1993 und 2011 einen Anstieg von +6,5 %. Der leichte Rückgang der Zahl der Privathaushalte im Jahr 2006 ist lediglich technischer Natur und auf die Einführung der Zweitwohnsitzsteuer zurückzuführen. Infolgedessen kam es zu einer Bereinigung der Haushaltstatistik.
Die Mietpreise verzeichnen in München seit 2006 ungebrochen steigende Werte. Alleine im Zeitraum zwischen 2006 und 2012 stiegen die Mieten für Bestandsobjekte (Wohnungen mit Baujahr ab 1950) in München um +26,9 %.
„Die Nachfrage nach Wohnraum ist in München ungebrochen hoch“, so Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, „es wird insbesondere für Familien immer schwieriger bezahlbare Wohnungen im Stadtgebiet zu finden. Der starke Zuzug sowie die niedrigen Baufertigstellungszahlen in den vergangenen Jahren verschärfen den Effekt und werden auch in Zukunft für ein sehr hohes Mietenniveau in München sorgen.“










