In vielen Regionen sind die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr inflationsbereinigt erstmals seit 2021 wieder gestiegen", sagt Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Privatkundenbank in Deutschland. "Die Nachfrage zieht langsam wieder an, auch weil sich viele Kaufinteressierte auf das neue Zinsumfeld eingestellt haben. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp, vor allem aufgrund der geringen Bautätigkeit. Nach der Korrektur der vergangenen Jahre stabilisiert sich der Markt nun Schritt für Schritt."
Preisanstieg fällt in Mittelstädten besonders groß aus
Der Aufwärtstrend ist in den Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern besonders stark zu spüren. Im Durchschnitt über alle diese Mittelstädte stiegen die Preise 2025 real um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. In den Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern wurden Eigentumswohnungen um real 0,8 Prozent teurer, in den Landkreisen um 0,5 Prozent. Weniger stark betroffen waren die sieben größten deutschen Städte ("Big 7"), hier stieg der Preis im Schnitt um 0,2 Prozent.
Unter den Mittelstädten sticht vor allem Pirmasens heraus: In der am Westrand des Pfälzerwaldes gelegenen Stadt in Rheinland-Pfalz stiegen die Preise für Eigentumswohnungen 2025 real um 11,4 Prozent.
Allerdings lagen sie mit durchschnittlich 1.482 Euro pro Quadratmeter immer noch auf niedrigem Niveau. In Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, stiegen die Preise ebenfalls deutlich an. Dort zogen einige besonders hochpreisige Angebote den Schnitt nach oben.
Unter den Großstädten ist vor allem Potsdam ein noch kostspieligerer Wohnort geworden. Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen in der Hauptstadt Brandenburgs real durchschnittlich um 14,3 Prozent auf 5.897 Euro pro Quadratmeter.
"Mittel- und Großstädte mit guter Infrastruktur stehen schon länger im Fokus vieler Wohnungskäuferinnen und -käufer, besonders im Umland der sogenannten Big 7. Denn die Immobilienmärkte in den Metropolen sind seit Jahren überhitzt", sagt Beermann.
Große Unterschiede in den Metropolen
In den für den Immobilienmarkt bedeutendsten sieben Metropolen entwickelten sich die Preise sehr unterschiedlich. In Berlin und Stuttgart sanken sie real im Vergleich zum Vorjahr - in der baden-württembergischen Landeshauptstadt sogar um 1,4 Prozent. In Frankfurt am Main blieben die Preise real nahezu unverändert. Den höchsten inflationsbereinigten Anstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnete dagegen Hamburg mit durchschnittlich 1,0 Prozent, dicht gefolgt von München mit gerundet ebenfalls 1,0 Prozent. Beide bleiben ein teures Pflaster: Eine Eigentumswohnung im Bestand kostete hier im vergangenen Jahr 9.070 beziehungsweise 6.394 Euro pro Quadratmeter in der Elbmetropole.
In der im Vergleich günstigsten Metropole Stuttgart lag der Quadratmeterpreis 2025 bei 4.737 Euro.
Steigende Preise in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Bremen
Auf Ebene der Bundesländer fiel der durchschnittliche Preisanstieg für Eigentumswohnungen in Sachsen über alle Landkreise und kreisfreien Städte mit real 5,2 Prozent am stärksten aus. Im Vorjahr hatte es hier noch den stärksten Preisabfall (-4,4 Prozent) gegeben.
Auch in Rheinland-Pfalz (+3 Prozent), Bremen (+2,9 Prozent) und Brandenburg (+2,4 Prozent) wurde Wohneigentum im Schnitt deutlich teurer. In Thüringen sanken die Preise dagegen um 5,2 Prozent und auch in Sachsen-Anhalt, Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wurden Eigentumswohnungen real günstiger.
Preiswertes Mitteldeutschland
In Deutschlands teuerster Region, der Stadt München, mussten Käufer 2025 mehr als 9.000 Euro pro Quadratmeter ausgeben. Auch die umliegenden bayerischen Landkreise Miesbach, München und Starnberg blieben mit mehr als 6.500 Euro pro Quadratmeter hochpreisig.
Im Vergleich besonders niedrig liegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen nach wie vor in den meisten Regionen Mitteldeutschlands. Die günstigste Region war der Vogtlandkreis in Sachsen mit nur 900 Euro pro Quadratmeter. Auch im thüringischen Landkreis Greiz lagen die Preise mit durchschnittlich 944 Euro pro Quadratmeter im dreistelligen Bereich.










