Studie in Praxis umgesetzt: Die "Mitalternde Wohnung"

In Sachsen wurden insgesamt fünf Wohnungen barrierefrei umgebaut und mit Assistenzsystemen ausgestattet: Drei bei der Wohnungsgenossenschaft UNITAS eG und zwei bei der Wohnungsbaugenossenschaft Burgstädt eG. Das Ganze ist die "Praxiserprobung" aus den Ergebnissen der Studie Städtebau der Zukunft.

Unitas-Wohnung in der Erika-von-Brockdorff-Str. nach dem Umbau. FOTO: WG UNITAS eG
Unitas-Wohnung in der Erika-von-Brockdorff-Str. nach dem Umbau. FOTO: WG UNITAS eG

Initiert hatte die Studie der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) zusammen mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI). Der daraus abgeleitete Standard ist die „Mitalternden Wohnung“, die ein selbstbestimmtes Wohnen und Leben im Alter ermöglichen soll.

Die beide Wohnungsgenossenschaften bekamen für den barrierefreien Umbau einen Zuschuss von 10.000 Euro pro Wohnung. Sie verpflichteten sich, die Nettokaltmiete von 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht zu erhöhen.

Die "Mitalternden Wohnungen" der UNITAS befinden sich in Gohlis und Grünau. Zu den Ausstattungsdetails gehören Rauch- und Wassermelder, Notrufanbindung, beleuchtete Taster, LED-Orientierungslicht, eine Schnittstelle für Smartphone sowie Tablet und vieles mehr.

Nach Ansicht des Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) könnten die Sozialsysteme um ca. 3 Mrd. Euro pro Jahr entlastet werden, wenn aufgrund des Wohnungsumbaus bei 15 % der Menschen, die pflegebedürftig werden, eine Aufnahme in ein Heim vermieden bzw. die Verweildauer in der eigenen Wohnung verlängert werden kann. Projekte wie oben genannte seien daher von hoher gesellschaftlicher Bedeutung.

Im VSWG sind 217 Wohnungsgenossenschaften organisiert.

► Sie möchten ein erfolgreiches Sanierungs- oder Modernisierungsprojekt vorstellen? Schreiben Sie an ivv-magazin.redaktion@hussberlin.de

Printer Friendly, PDF & Email
24.1.2024
Bilanz der sächsischen Wohnungsgenossenschaften
Der Verband sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) sieht dem Wirtschaftsjahr 2024 pessimistisch entgegen. Als Gründe nennt Verbandschefin Mirjam Philipp unter anderem Zins- und Kostensteigerungen...
27.3.2025
Trotz wachsender Leerstandquote
Die sächsische Landesregierung hat im kommenden Haushalt Fördergelder für den Abriss leerstehender Wohngebäude komplett gestrichen. Damit ergeben sich für die sozial orientierte Wohnungswirtschaft im...
12.4.2024
Ostdeutsche Verbände mit dramatischem Apell
Drei Jahrzehnte nach der Wende in der DDR und der Wiedervereinigung zeigen sich die Unterschiede zwischen der ost- und westdeutschen Wohnungswirtschaft deutlicher als zuvor. Der Begriff der...
3.3.2025
Zusammenbruch des Neubaus – ein Überblick
Um die aktuellen Baukosten tragen zu können, müssten sozial orientierte Wohnungsunternehmen Kaltmieten von 18 bis 20 Euro verlangen. Für breite Bevölkerungsschichten unbezahlbar. Die Folge: Es wird...
8.12.2023
Baupolitische Halbzeitbilanz der Ampel „mangelhaft“
Zur Mitte der Legislaturperiode stellen der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Deutsche Mieterbund der Regierung ein schlechtes Zeugnis in der Wohnungsbaupolitik aus. Zur Lösung der Wohnungskrise...
24.9.2025
Plan des Wirtschaftsministeriums für Energiewende
Den lang erwarteten Monitoring-Bericht zum Stand der Energiewende hat das Wirtschaftsministerium letzte Woche veröffentlicht. Die Ergebnisse dieses Berichts sollen mit einem Zehn-Punkte-Plan umgesetzt...