Jahresstatistik des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW

Wohnungsbau 2018 – zwischen Bedarf und Realität

31.07.2019

Insgesamt haben die GdW-Unternehmen 2018 bundesweit rund 32 Prozent aller neuen Mietwohnungen gebaut. Für das Jahr 2019 planen die GdW-Unternehmen den Neubau von rund 35.000 Wohnungen. Insgesamt und nur den geförderten sozialen Wohnungsbau betracht wurden nur 27.000 neue Sozialwohnungen in 2018 gebaut. Gebraucht hätte man 80.000.

Säulendoagramm-Grafik zum Thema: Wonungsbeubau in Deutschland 2018 – Zwischen Realität und Bedarf
Bilanz des Wohnungsbaus 2018 – Zwischen Realität und Bedarf. GRAFIK: GdW

Verbandschef Axel Gedaschko sagt deshlab glasklar: "Es muss jetzt an den wirksamen Stellschrauben gedreht werden, um den Wohnungsbau dauerhaft anzukurbeln. Ideologische Diskussionen um immer weitere Regulierungen der Wohnungsmärkte oder gar Enteignungen sind Augenwischerei und lenken nur vom eigentlichen Problem ab: Wir brauchen mehr und bezahlbare Wohnungen."

GdW-Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht

Im Jahr 2018 haben die GdW-Unternehmen rund 25.000 neue Wohnungen fertig gestellt, wie Zahlen aus der neuen Jahresstatistik des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW zeigen. Das waren 4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Für das Jahr 2019 planen die GdW-Unternehmen den Neubau von rund 35.000 Wohnungen. Das wäre ein Plus von mehr als 40 Prozent. Allerdings hängt diese Planzahl stark von den politischen Rahmenbedingungen ab. Denn auch in diesem Jahr konnten die Unternehmen die Planzahlen am Ende aufgrund der schlechten Bedingungen für den Wohnungsneubau nicht vollständig umsetzen.

Baugenehmigungen wieder rückläufig – 360.000-Marke bleibt unerreichbar

Im Jahr 2018 wurde in Deutschland der Bau von 346.810 Wohnungen genehmigt. Das sind leicht weniger als noch im Vorjahr (-0,3 Prozent). Die Baugenehmigungen sind damit nach einem kleinen Hoch mit über 375.400 Genehmigungen in 2016 in der Tendenz weiter rückläufig und bleiben erneut hinter den benötigten 360.000 Wohnungen pro Jahr zurück.

Ein Blick auf die tatsächlich fertig gestellten Wohnungen zeigt: Mit rund 286.000 Wohnungen blieb die Zahl der Fertigstellungen auch 2018 hinter den Erwartungen zurück. Die Fertigstellungen von Mietwohnungen im Mehrfamilienhausbau sind zwar um 9,2 Prozent angestiegen – allerdings wurden auch 2018 mit rund 69.000 Mietwohnungen nur knapp die Hälfte der eigentlich notwendigen Anzahl von 140.000 preisgünstigen Mietwohnungen gebaut. Das zeigt, dass der Wohnungsbau weiterhin nicht ausreichend in Schwung kommt.

Während eigentlich insgesamt 360.000 neue Wohnungen pro Jahr gebraucht würden, wurden 2018 nur 286.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Das sind nur 79 Prozent des eigentlichen Bedarfes.

Das Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz muss zügig kommen

Dabei liegen die Lösungen längst auf dem Tisch: Es muss dauerhafte steuerliche Verbesserungen für den Wohnungsbau geben. Die Branche benötigt eine aktive und vorausschauende Liegenschafts- und Bodenpolitik der Städte und Kommunen ebenso wie interkommunale Lösungen und Stadt-Umland-Kooperationen als neue Ansatzpunkte. Die Kommunen müssen die Grundstücke grundsätzlich nach dem Gebot der Konzeptvergabe und nicht nach Höchstpreisen abgeben. Die Genehmigungskapazitäten in den Ämtern sind zu erhöhen und die Ergebnisse der Baukostensenkungskommission aus der letzten Legislaturperiode umzusetzen.

Kommunen, Länder und die Bundesregierung müssen an einem Strang ziehen

Die Wohnungswirtschaft hat mit den Projekten der Rahmenvereinbarung zum seriellen Bauen Möglichkeiten aufgezeigt, durch Vorproduktion dem Fachkräftemangel zu begegnen und bezahlbar zu bauen.  Das serielle und modulare Bauen könne einen wirksamen Beitrag dazu leisten, die Zahl der Wohnungsfertigstellungen und damit das Angebot an bezahlbarem Wohnraum in möglichst kurzer Zeit zu erhöhen.

Für ein besseres Neubauklima sind, nach Meinung des GdW, zuallererst Bürgermeister und Stadträte massiv gefordert. Letztlich sollten künftig alle geplanten Gesetze auf ihre Folgen für die Kosten des Bauens und Wohnens geprüft werden. Nur wenn alle Maßnahmen zusammenwirken, lässt sich das notwendige Tempo beim Wohnungsbau erreichen. 

Weiterlesen:
GdW-Positionen "Bezahlbares Wohnen jetzt – 20 Vorschläge zur kurzfristigen Umsetzung" vb

Suchbegriffe: BaugenehmigungenGdW

Weitere Artikel

                                                                                                                                                               

In der aktuellen IVV lesen Sie:

Was kann man gegen IT-Spionage und Sabotage tun?
SPECIAL: Die Zukunft der Messdienstleistungen, Messwesen-Wandel: Chancen und Perspektiven der Digitalisierung, Fernauslesbare Verbrauchszähler leasen statt kaufen