Enormes Potenzial der Wärmeversorgung durch Abwärme
Standort der Abwasserwärmenutzung ist die Kläranlage im Stadtteil Schozachtal. Dort sorgt eine Wärmepumpe dafür, dem Abwasser Wärme zu entziehen und in das Nahwärmenetz einzuspeisen. Den von der Wärmepumpe benötigten Strom erzeugt das eigene Blockheizkraftwerk der Klärwerke. Dieses wird mit dem entstehenden Methangas des Faulgasturms betrieben.
Allein im Faulgasturm werden derzeit aus Klärschlamm 500.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Der Kreis schließt sich beim Blockheizkraftwerk, dessen Abwärme im Wärmenetz genutzt wird. Die Wärme gelangt dann über ein Nahwärmenetz in private Haushalte, öffentliche Gebäude sowie in Industrie- und Gewerbegebiete.
Von Ilsfeld können andere Kommunen lernen
Das Potenzial ist beachtlich: zehn Prozent aller Gebäude könnten damit versorgt werden. „Es geht darum, keine Angst vor Veränderung zu haben – es gibt viele Lösungen und es ist Zeit, endlich anzufangen“, sagt Ilsfelds Bürgermeister Thomas Knödler. „Fehler müssen nicht mehrmals gemacht werden, denn Kommunen können voneinander lernen.“
Die Idee für das Nahwärmeprojekt entstand durch die Vor-Ort-Besichtigung eines Netzes in Möggingen am Bodensee. Weil Knödler selbst vom Wissen anderer profitiert hat, erklärt er einmal monatlich externen Gemeinderäten, wie die kommunale Wärmewende in Ilsfeld funktioniert.
In Sachen Solarstrom und nachhaltiger Mobilität ist die Energie-Kommune ebenfalls engagiert. Im Jahr 2015 hat die Gemeinde ein E-Auto und zwei E-Fahrräder für Dienstfahrten der Gemeindeverwaltung angeschafft. Inzwischen gibt es E-Carsharing und neun Ladesäulen plus zwei hocheffiziente Schnellladesäulen in der Energie-Kommune. Auf kommunalen Gebäuden sind Solarstromanlagen installiert und das Freiflächen-Solarstromfeld ist bereits geplant. Dort wird auch die Wärmewende mit Solarthermie-Anlagen weiter ausgebaut. Die Gemeinde Ilsfeld beweist einmal mehr, wie wichtig es für die dezentrale Energiewende ist, voneinander zu lernen.
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