Fehlen der Verwalterzustimmung

Hü oder hott? Gelegentlich ist es in der Teilungserklärung vereinbart, dass ein Wohnungseigentümer zur Veräußerung des Wohneigentums die Zustimmung anderer Eigentümer oder eines Dritten (zum Beispiel des Verwalters) bedarf. Diese Zustimmung kann allerdings, wenn sie denn einmal erteilt wurde, nicht ohne Weiteres widerrufen werden.

1167
Bild: Bits and Splits/stock.adobe.com
Bild: Bits and Splits/stock.adobe.com

Aus dem Tatbestand

Im vorliegenden Rechtsstreit bestand kein Zweifel an der grundsätzlich erforderlichen Billigung des Verkaufes durch den Verwalter. Deswegen holte sie der betroffene Eigentümer auch ein, als er vier Objekte veräußern wollte. So weit war alles geklärt, das Grundbuchamt hatte die Vormerkung zur Sicherung des Auflassungsanspruchs eingetragen. Dann allerdings überlegte es sich der Verwalter doch anders und widerrief seine Zustimmung gegenüber dem Notar.

Aus den Entscheidungsgründen

Das Grundbuchamt beanstandete daraufhin das Fehlen der Verwalterzustimmung und lehnte es ab, die Eigentumsumschreibung einzutragen. Der komplette Verkauf stand plötzlich auf der Kippe, was der Verkäufer nicht hinnehmen wollte.

Deswegen mussten sich nacheinander drei Gerichtsinstanzen mit der Materie befassen. Nach Vertragsabschluss, so entschied der Bundesgerichtshof als letzte Instanz, könne die einmal erteilte Verwalterzustimmung nicht mehr widerrufen werden. Denn eine solche Aktion führe dazu, dass der Verkäufer gegenüber dem Käufer einen Vertrag erfüllen müsse, den er gar nicht mehr erfüllen könne. Der Zustimmungspflichtige habe es schließlich in der Hand gehabt, vor seiner Entscheidung die Argumente für und wider einen Verkauf gründlich zu prüfen.

Quelle: LBS Infodienst Recht & Steuern

Gericht: BGH
Aktenzeichen: V ZB 134/17
Urteil vom: 06.12.2018

Redaktion (allg.)

Pixabay/ Mohamed_hassan

◂ Heft-Navigation ▸

Artikel Fehlen der Verwalterzustimmung
25.8.2025
Kolumne
Lohnt es sich für eine Immobilienverwaltung sehr kleine Wohneigentümergemeinschaften ins Portfolio zu nehmen? Unser Kolumnist, selbst Hausverwalter, hat dazu seine ganz eigene Meinung.
16.6.2025
Das Haus altert, die Balkone mit ihm. Wenn umfassende Sanierungen von Balkonen in einer WEG anstehen, muss die Wohneigentümergemeinschaft über die meisten Maßnahmen beschließen. Denn fast alle Teile...
29.1.2025
Bauvertrag | Sicherungshypothek
Um den Bauunternehmer vor Forderungsausfällen zu schützen, sieht das Bürgerliche Gesetzbuch einerseits die Möglichkeit der Einräumung einer Sicherungshypothek am Baugrundstück des Auftraggebers (§...
27.3.2024
BGH-Urteile
WEG-Gemeinschaften streiten nicht selten über die Instandsetzung von Fenstern, die Optimierung der Heizungsanlage oder Feuchtigkeit im Keller des Mehrfamilienhauses. Da geht es um die Einholung von...
1.8.2024
Genehmigung zur Hundehaltung
Die Kläger (Mieter) hatten von dem Beklagten (Vermieter) eine rund 100 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus gemietet. In dem Mietvertrag hieß es, dass der Vermieter sich die Zustimmung...
15.5.2025
Bauen und Wohnen im Koalitionsvertrag
Zustimmung, Zuversicht und scharfe Kritik – die Reaktionen von Branchenvertretern auf die wohnungspolitischen Ankündigungen im schwarz-roten Koalitionsvertrag sind vielfältig. Wir fassen wichtige...