Mehr Baugenehmigungen – günstigeres Bauen bleibt entscheidend
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis August 2026 insgesamt 137 500 Wohnungen genehmigt, das waren 12,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 7,8 Prozent auf 31 500. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 21,7 Prozent auf 10 000 zu. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei Mehrfamilienhäusern aus: Hier wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 90.600 Wohnungen genehmigt, 14,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Hoher Handlungsbedarf bei Baukosten
Trotz der positiven Entwicklung bei den Genehmigungen klafft aus Sicht des ZIA eine Lücke zwischen geplanten und tatsächlich fertiggestellten Wohnungen. „Wir werden nur dann einen nachhaltigen Aufschwung bei der Bauaktivität sehen, wenn wir wieder deutlich günstiger bauen als bisher“, sagte Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des Verbands. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei die rechtssichere Umsetzung des Gebäudetyps E. Das Eckpunktepapier dazu liege seit knapp einem Jahr vor. Nun müsse die Politik die nächsten Schritte beschleunigen, forderte Özkan. Darüber hinaus verlangt der ZIA verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen. Dazu zählt der Verband eine langfristig planbare Wohnungsbauförderung, bessere steuerliche Anreize durch eine praxistaugliche Sonderabschreibung sowie stabile Finanzierungsbedingungen.
120.000 Wohnungen fehlen
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW sieht in den aktuellen Zahlen zu den Baugenehmigungen zwar ein positives Signal, warnt aber davor, die Entwicklung mit einer tatsächlichen Erholung des Wohnungsbaus gleichzusetzen. „Die Genehmigungen steigen, aber die Wohnungen fehlen weiterhin. Wir dürfen uns von den positiven Prozentzahlen nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass in Deutschland nach wie vor viel zu wenig gebaut wird. Wir brauchen jährlich rund 320.000 neue Wohnungen, darunter 100.000 Sozialwohnungen. Tatsächlich werden in diesem Jahr voraussichtlich nur rund 200.000 Wohnungen fertiggestellt. Damit fehlen allein gegenüber dem jährlichen Bedarf rund 120.000 Wohnungen.“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.
Quelle: DESTATIS Statistisches Bundesamt











