Daten richtig interpretieren

Laut den gerade vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Daten zu Gebäudebestand und demografischer Entwicklung gibt es in Deutschland 500.000 Wohnungen mehr und 1,5 Millionen Menschen weniger als bisher angenommen..

Gebäude- und Einwohnerzahlen sollten auch zwischen den Volkszählungen erfasst werden. Foto: Gerd Altmann/pixelio.de
Gebäude- und Einwohnerzahlen sollten auch zwischen den Volkszählungen erfasst werden. Foto: Gerd Altmann/pixelio.de

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) warnt mit Blick auf den Wohnungsmarkt allerdings vor einer vorschnellen Fehlinterpretation. Die Daten seien zum Teil lückenhaft, da beispielsweise keine Mietpreise erhoben worden sind.

„Das Statistische Bundesamt sollte die Datenbasis verbessern und auch in den Zeiträumen zwischen Volkszählungen die aktuelle Gebäude- und Einwohnerzahl erheben. Nur auf der Grundlage von belastbaren Daten zu Bestand und Bedarf an Wohn- und Geschäftsgebäuden kann die Immobilienwirtschaft Objekte zielgerichtet und bedarfsgerecht fertigstellen“, sagt Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

Zudem sollte eine auf Dauer anwendbare Gebäudedatei angelegt werden. Bislang muss das bei der Volkszählung erhobene Zahlengerüst, das einen Überblick über die Gebäudestruktur deutscher Immobilien ermöglichen würde, aufgrund der Gesetzeslage anschließend vernichtet werden.

Der ZIA hofft, dass bei der nächsten Volkszählung eine auf Dauer anwendbare Gebäudedatei angelegt wird.

Einen wichtigen Schritt zur Verbesserung ist Destatis bei der aktuellen Volkszählung bereits gegangen: Lager- und Einzelhandelsflächen, die bisher in den Statistiken gemeinsam erfasst wurden, werden nun separat angegeben. Diese Änderung ist aus Sicht des ZIA ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden und kontinuierlichen Gebäudestatistik.

Weitere Informationen beim ZIA. 

Printer Friendly, PDF & Email
28.11.2023
Haus & Grund will vors Verfassungsgericht ziehen
Der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland erhält gerichtliche Unterstützung für seine Auffassung, dass die neue Grundsteuer nach dem Bundesmodell verfassungsrechtlich höchst bedenklich sei.
30.1.2025
Erste repräsentative Marktstudie
Rund 4,3 Millionen Wohnungen in Deutschland oder zehn Prozent der Einheiten sind von Schimmelpilz befallen. Auffällig häufig sind Sozialwohnungen betroffen, in den fünf oder mehr Menschen leben.
16.5.2024
Bundesregierung schlägt Reform vor
Bringen schnellere Erkenntnisse eine bessere Umsetzung von Gesetzen? Die Bundesregierung ist dieser Auffassung und will das Hochbaustatistikgesetz ändern. Das Baugeschehen soll in kürzeren Abständen...
30.6.2025
Neue Studie zur Nachverdichtung
Wie viele neue Wohnungen ließen sich durch Etagenaufstockung und Dachausbau schaffen? Mehr als zwei Millionen, wie ältere Studie besagen? Oder doch nur 270.000 – wie eine aktuelle Untersuchung besagt...
24.5.2024
Mittelständische Messdienstunternehmen
Mittelständische und regional tätige Messdienstleister kamen in Kassel zum 10. Deumess Fachkongress zusammen. 270 Experten für Gebäude-Energiedaten diskutierten das Thema „Energiewende gestalten –...
3.6.2025
Grundsteuerreform – aktueller Stand
Für viele Immobilieneigentümer stellte die erstmalige Abgabe der Grundsteuererklärungen nach der gesetzlichen Neuregelung sowie die Überprüfung der daraufhin ergangenen Bescheide bereits eine große...