Klimaschutzziele & Immobilienwirtschaft

Energetische Sanierung birgt Chancen für Start-ups

24.08.2018

Bis 2050 will Berlin klimaneutral werden. Der Senat hat sich daher zu ehrgeizigen Klimaschutzzielen verpflichtet. Sie gelten auch für eigene Liegenschaften und landeseigene Unternehmen.

Energetische Sanierung in Berlin (Bild: VRD/stock.adobe.com)

Klimaneutralität, ein Ziel, das nur erreicht werden kann, wenn alle mit anpacken. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) ist für die Vermietung, Bewirtschaftung und den Verkauf von insgesamt 5.000 landeseigenen Immobilien verantwortlich. Zukünftig stehen die Themen energetische Sanierung und erneuerbare Energien hier noch mehr im Fokus. Bereits zwischen 2009 und 2015 konnte der Immobiliendienstleister den jährlichen CO2-Ausstoß der bewirtschafteten Gebäude um 21 Prozent (23.000 Tonnen) reduzieren. Bis 2025 sollen nun weitere 30.000 Tonnen weniger CO2 produziert werden.

46 Feuerwachen und 18 Oberstufenzentren gehören zu den ersten Objekten, die thermisch erneuert werden. Eine Optimierung der Heizungen sowie der Gebäudeautomation sollen den CO2-Ausstoß der Wärmeversorgung um über 20 Prozent reduzieren. 

Tolle Chance für Start-up-Arbeitsgemeinschaft

Nach öffentlicher Ausschreibung des Projekts, dessen Auftragswert bei über zwei Millionen Euro liegt, erlangte eine Start-up-Kooperation den Zuschlag. Die Firmen eGain, myWarm und perto bilden eine Arbeitsgemeinschaft, die geringinvestive Maßnahmen miteinander kombiniert. Dabei handelt es sich um die Temperaturprognosen-Steuerung der Heizkessel, den hydraulischen Abgleich des Heizungssystems sowie den Austausch ineffizienter Pumpen.

Drei für ein Ziel: eGain, myWarm und perto

Start-ups sind in der Immobilienbranche und im Bereich Energie mittlerweile kaum mehr wegzudenken. Ihre innovativen Dienstleistungen und Produkte sorgen für Kosten- und Zeitersparnis sowie viele andere Vorzüge. Die Arbeitsgemeinschaft aus den drei Firmen bietet eine tolle Chance, noch mehr Leute von den innovativen Ideen der jungen Unternehmen zu überzeugen.

EGain kümmert sich um die Energie- und Komfortoptimierung von Immobilien. Daten wie Außentemperatur, Dämmung, Lage zur Sonne, Verschattung und Wetterprognosen werden genutzt, um mithilfe intelligenter Software eine automatische Optimierung der Heizungssteuerung zu erreichen.

Den hydraulischen Abgleich der Heizungsanlagen übernimmt die myWarm Deutschland GmbH. Mithilfe eines speziellen Verfahrens, das auf live an den Heizkörpern gemessenen Daten basiert, wird ein exakter hydraulischer Abgleich von Großanlagen ermöglicht.

Perto zielt auf den Austausch ineffizienter elektrischer Geräte. Mithilfe einer innovativen Software lässt sich der individuelle Energieverbrauch mittels Bilderkennung berechnen

Positive Prognose für die Zusammenarbeit

Andreas Tiemann, Leiter der Berliner Energiemanagement GmbH (B.E.M), ein BIM-Tochterunternehmen, freut sich: „Die drei beauftragten Start-ups erfüllen exakt unsere Bedürfnisse: Wir bekommen ein Bündel aus verschiedenen standardisierten Maßnahmen, die den täglichen Betrieb der Liegenschaften kaum stören. Daher sind sie besonders geeignet für eine schnelle Sanierung eines großen Gebäudebestands. Exakte Vorher-Nachher-Messwerte zeigen uns, wie viel CO2 wir tatsächlich eingespart haben. Wir sind überzeugt, dass die neuen, digitalen Technologien enormes Potential haben und wir damit unserer ambitionierten Einsparziele erreichen können. Gut finden wir auch, dass die Installation ausschließlich von lokalen Handwerksbetrieben durchgeführt wird und so das Handwerk in Berlin gestärkt wird.“

 

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