Energiewende: Bezahlbarer Wohnraum wird knapp

Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen blickt auf ein durchwachsenes Jahr 2011 zurück. Die Klimaschutz- und Energiepolitik der Bundesregierung treibe die Preise für Wohnungsneubau und Gebäudesanierung drastisch nach oben.

Verbandsdirektor Xaver Kroner
Verbandsdirektor Xaver Kroner
"Wenn die Politik so weiter macht, werden unsere Mitglieder kaum noch bezahlbaren Wohnraum für Einkommensschwächere anbieten können", gibt Verbandsdirektor Xaver Kroner zu bedenken. Die politischen Ziele bei Energieeinsparung und CO2-Reduzierung im Gebäudebestand stünden in keinem realistischen Verhältnis zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der sozial orientierten Wohnungsunternehmen. Für 2012 erhofft sich Kroner, dass die Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht weiter verschärft wird.
Seit der Einführung der EnEV 2009 beobachtet der VdW Bayern bei seinen Mitgliedsunternehmen einen Rückgang beim Abruf von Fördermitteln zur energetischen Gebäudesanierung. Betroffen seien die Programme der KfW-Förderbank und das Bayerische Modernisierungsprogramm. "Der Bedarf an Fördermitteln ist groß. Aber die Auflagen zur Nutzung der Mittel sind zu hoch", kritisiert der Verbandsvorstand. Unter den jetzigen Bedingungen sei das Ziel, jährlich 2 % des Gebäudebestandes energetisch zu modernisieren, nicht erreichbar. Selbst wenn die Energieeinsparverordnung nicht weiter verschärft werde, sei eine grundlegende Überarbeitung der Förderprogramme notwendig, appelliert Kroner. Die energetischen Baustandards müssten mit dem in Einklang gebracht werden, was nach einer Modernisierung für die Menschen bezahlbar sei.
Bei der Nutzung von erneuerbaren Energien im Rahmen der Energiewende setzt der Verbandschef auf Freiwilligkeit und staatliche Anreizsysteme. Ein gesetzlicher Zwang zum Einsatz erneuerbarer Energien bei Wohnungsmodernisierungen wäre das falsche Signal und würde eher für Zurückhaltung bei den Unternehmen sorgen.
Eine positive Wendung habe es bei der Städtebauförderung gegeben. Hier seien die Bundesmittel nach zähem Ringen wenigstens nicht gekürzt worden. Der Bund stelle 2012, wie im laufenden Jahr, wieder 455 Mio. Euro zur Verfügung.
 
Printer Friendly, PDF & Email
21.11.2024
Wissenschaftler fordern Kurswechsel
Im vergangenen Jahrzehnt hat Deutschland 500 Milliarden in Gebäudedämmung und Haustechnik investiert, ohne dass der Energieverbrauch wirklich gesenkt werden konnte. Fünf Wissenschaftler aus den...
16.2.2024
VdW Bayern geht von hohen Nachzahlungen aus
Ein Jahrzehnt lang konnten sich die Mieter der bayerischen Wohnungsunternehmen über stabile Kosten für Heizung und Warmwasser freuen. Mit Russlands Eroberungskrieg kam 2022 der Gas-Preisschock...
9.9.2025
Sozialer Wohnungsbau in NRW
Wie der VdW Rheinland Westfalen auf seiner Jahrespressekonferenz am 9. September mitteilte, kann er bei seinen Mitgliedern nur eine vorsichtige Erholung erkennen. Für eine tatsächliche Trendwende im...
20.11.2024
WEG
Die Quote für energetische Sanierungen im Gebäudebestand ist in 2024 noch einmal gesunken. Der BVI weist auf die dramatische Situation in Wohnungseigentümergemeinschaften hin. Es herrsche große...
2.1.2025
Umfrage unter Wohnungsunternehmen
Fast ein Drittel der sozial orientierten Wohnungsunternehmen in Bayern wollen 2025 ihre Neubauinvestitionen erhöhen. Insgesamt sind 4.500 Mietwohnungen geplant. Grundlage dieser Aktivitäten bildet die...
21.1.2025
Bundestagswahl 2025
Am 23. Februar finden vorgezogene Neuwahlen zum Deutschen Bundestag statt. Wie realistisch ist die Hoffnung, dass die zukünftige Bundesregierung die Blockade des Wohnungsbaus löst und für finanzielle...