Auswirkungen von BIM auf Bauprozesse

BIM bietet aufgrund der zentralen Verwaltung von Daten bzw. der geforderten Transparenz der Methode nicht nur Vorteile hinsichtlich projektspezifischer Projektabwicklungen, sondern auch in Bezug auf das nach einer Bauwerksübergabe notwendige Facility Management. Mithilfe von zentral verorteten Informationen können Immobilien nachvollziehbar verwaltet werden.

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 Bild: Dress & Sommer
Bild: Dress & Sommer

Neben der Steuerung technischer Anlagen wie Heizung oder Lüftung bieten unter anderem auch vorgelagerte Simulationen oder echtzeitnahe Statusmeldungen signifikante Vorteile bei der Überwachung von Bauwerken. Wie kann man folgende Parameter aus bisherigen, mit BIM konstruierten, gebauten und gesteuerten Gebäuden gegenüber konventionell errichteten Gebäuden bewerten?

• Energieeffizienz: Auf Grundlage von zentralen BIM-Modellen kann die Nutzung von Energie global überwacht und gesteuert werden. Durch den Einsatz von Sensoren sowie durch die Auswertung von Nutzerverhalten oder auch Kombination mit den Wettervorhersagen liefert eine Verknüpfung einzelner digitaler Zwillinge erheblich Mehrwerte im Hinblick auf nachhaltige Prozesse, z. B. innerhalb von Smart Cities bzw. durch Smart Grids.

• Gebäudesteuerung (hier etwa TGA): Auch bei der Steuerung von Gebäuden können zentrale Modelle dabei helfen, aktuelle Bauwerkszustände abzurufen oder relevante Vorkommnisse zu dokumentieren. Durch Vernetzung von TGA-Elementen mit digitalen Zwillingen sind Überwachungs- oder Wartungsprozesse, z. B. bei Smart Buildings, wirtschaftlich umsetzbar.

• Verwaltungsprozesse (etwa Vermietung, Belegung): Die Verwaltung von Immobilien kann in Smart Cities soweit gehen, dass eine gerechtere Verteilung von Wohnraum ermöglicht wird. Auf Grundlage von Datenbanken können bspw. Informationen geteilt werden, die bisher dezentral gespeichert wurden, z. B. bei verschiedenen Vermietungsagenturen. Auch virtuelle Begehungen von Immobilien sind mithilfe digitaler Zwillinge denkbar, sodass potenzielle Mietinteressenten nicht per se vor Ort sein zu müssen.

Quelle: Institut für Digitales und Autonomes Bauen der Technische Universität Hamburg

BIM-Standards und -Software

BIM-Standards und -Software Folgende Systeme sind gängige BIM-Autorensysteme in der DACH-Region:

• Autodesk Revit • Archicad

• Nemetschek Allplan

• Bentley Microstation (mit verschiedenen Aufsätzen wie TriCAD für Technikgewerke oder weitere Lösungen für Facility Management)

Andere Softwarelösungen bringen oftmals Herausforderungen bei den Schnittstellen mit sich. Deswegen sollte die Software die Building-Smart-Zertifizierung zur IFC-Standardschnittstelle aufweisen.

Normen und Vorgaben für BIM

buildingSMART hat ein Use-Case-Management erstellt. In der ISO 29481-1:2016 „IDM-Information Delivery Manual“ und in der Unterreihe VDI 2552 Blätter 11 ff finden sich praktische Anleitung zur Verwendung der ISO 29481. Die „IAA- Informations-Austausch-Anforderungen“ zeigen, wie bestimmte BIM Anwendungsfälle standardisiert werden.

Literaturempfehlungen:

Nachhaltige und digitale Baukonzepte (ext. Link Springer Nature)
BIM-Anwendungsfälle im nachhaltigen Bauen (ext. Link Springer Nature)

Redaktion (allg.)

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Artikel Auswirkungen von BIM auf Bauprozesse
Seite 29
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