Editorial

Es geht: gefördert, grün und gut

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 Bild: Pixelio/ Wilhelmine Wulff
Bild: Pixelio/ Wilhelmine Wulff

Anfang November hat nach dem Bundestag auch der Bundesrat die Novelle der Heizkostenverordnung verabschiedet. Im Kern geht es darum, der breiten Anwendung funkauslesbarer Messgeräte zum Durchbruch zu verhelfen und Wohnungsnutzern monatlich Verbrauchsinformationen zu übermitteln. Allerdings hat die Ländervertretung eine weitere Bedingung für das neue digitale Geschäftsmodell formuliert. In einer begleitenden Entschließung betont der Bundesrat, dass der Einbau von fernauslesbaren Messgeräten nicht zu Mehrkosten bei Verbraucherinnen und Verbrauchern führen dürfe. Nach einer Phase der Evaluation soll geprüft werden, ob eine Kostendeckelung notwendig ist. Der Bundesrat fordert die Bundesregierung des Weiteren auf, transparent zu machen, wie durch gemeinsame Messeinrichtungen für Strom, Gas und Wasser Kosten für die privaten Haushalte eingespart werden können.

Ich frage mich, wie die Messdienstleister mit diesem „Erlösdeckel“ umgehen werden. Schließlich sollen neue Dienstleistungen zusätzliche Umsätze erzeugen. Ob die novellierte Heizkostenverordnung tatsächlich zum 1. Januar 2022 in Kraft treten wird, war zum Zeitpunkt, da diese Zeilen entstanden, nicht absehbar (Bericht Seite 10).

Auch wenn der Bundesrat hier verbraucherfreundlich handelt, wird sich die Kostensteigerung im Bereich der Bau- und Haustechnik fortsetzen, weil es die Politik so will. Das gilt besonders für das Ziel des klimafreundlichen Betriebs von Gebäuden. Unser Analyst sagt voraus, dass Wohnungseigentümer und private Investoren vielerorts in ein Null-Rendite-Geschäft hineinschliddern, weil Bauen und Sanieren aufgrund „grüner Preistreiber“, also steigender Auflagen für mehr Energieeffizienz, immer teurer werden (Bericht Seite 22).

Dass Neubauprojekte immer ein Kampf um Kosteneffizienz sind, und das oft über Jahre, zeigt ein Projekt der Spar- und Bauverein Dortmund eG. Es ist die Geschichte des größten öffentlich geförderten Neubauprojektes in der Ruhrmetropole im Jahr 2020. Sie zeigt, wie trotz schwieriger Rahmenbedingungen am Ende ein bezahlbarer Neubau im Ballungsraum geschaffen wurde: gefördert, grün und gut. Für die Verantwortlichen der Genossenschaft schließen sich bezahlbares und attraktives Wohnen nicht aus. Dieses klare Konzept hat offenbar geholfen, den jahrelangen Entstehungsprozess des Projektes „durchzuhalten“ (Bericht Seite 14).

Beharrlichkeit im Planungs- und Bauprozess ist eine notwendige Bedingung für das Gelingen. Des Weiteren braucht es Professionalität und Wissen, besonders bei Fortschritten in der Nachhaltigkeit von Gebäuden. Der Projektentwickler Interboden errichtet Wohnhäuser in Modulbauweise und hat über 100 verschiedene Maßnahmen mit Hilfe von CO2-Datenbanken und 3D-Modellen evaluiert, die den CO2-Verbrauch deutlich senken. Auf die Nutzungsdauer des Gebäudes inklusive Rückbau von 50 Jahren ergebe sich eine Einsparung von rund 65 Prozent der CO2-Emissionen (Seite 26).

Was drin steckt in den Gebäuden sollte sich auch nach 50 Jahren noch feststellen lassen. Recyclingfähig ja oder nein, diese Informationen werden durch BIM-Software und die Bauorganisation „Building Information Modeling“ sichergestellt. Die Berliner HOWOGE hat mit BIM ein Hochhaus gebaut (Seite 28).

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