Glasfaser-Ausbau

„Existierende Netze dürfen nicht überbaut werden“

Dr. Andrea Huber ist Geschäftsführerin des Breitbandverbandes ANGA, der Interessenvertretung der „traditionellen“ Kabelnetzbetreiber, die seit den 1980er Jahren die Kabel-TV-Infrastruktur auf Basis von Kupferkabeln aufgebaut haben.

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 Bild: ANGA
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Hat das novellierte Telekommunikationsgesetz den Ausbau des Netzes beschleunigt?

Das neue TKG hat zu erheblicher Unsicherheit bezüglich des Inhouse-Ausbaus von Glasfasernetzen geführt. Das bewährte Modell der mietrechtlichen Umlagefähigkeit der Betriebskosten privater Inhouse-Netze wird Mitte 2024 abgeschafft. Das neu eingeführte Glasfaserbereitstellungsentgelt wirft in der Praxis Herausforderungen auf und ist zudem der Höhe nach gedeckelt. Es ist daher sehr fraglich, ob es einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau von Glasfasernetzen in den Gebäuden leisten kann.

Welche Netzbetreiber beteiligen sich in welchem Umfang am Ausbau des Netzes?

Die Investitionen der Netzbetreiber betrugen im Jahr 2021 elf Milliarden Euro, davon entfielen 6,5 Mrd. Euro auf die Wettbewerber der Deutschen Telekom und 4,5 Milliarden auf die Deutsche Telekom.

Welche Ausbauziele haben die einzelnen, investierenden Netzbetreiber?

Die Mitglieder der ANGA investieren seit Jahren in den Ausbau und die Aufrüstung von Gigabit-Netzen. Das betrifft sowohl Glasfasernetze bis in die Häuser und Wohnungen als auch HFC-Netze, bei denen im Zuge der Aufrüstung die Glasfaser immer weiter an die Gebäude herangeführt wird. Damit können heute bereits weit über 25 Millionen Haushalte mit Gigabit-Internet versorgt werden. In den nächsten Jahren investieren die ANGA-Mitglieder weitere zehn Milliarden Euro in Glasfasertechnik. Damit das möglich ist, brauchen die Unternehmen investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und Sicherheit für den weiteren Ausbau. Wichtig ist auch, dass sich eigenwirtschaftliche Investitionen und geförderter Ausbau sinnvoll ergänzen. Förderung muss prioritär dorthin fließen, wo kein eigenwirtschaftlicher Ausbau zu erwarten ist und der geförderte Überbau existierender Gigabit-Netze ist auszuschließen.

Wie viele Gebäude und Wohnungen sind über FTTH lückenlos mit Glaserfaser verbunden?

In Deutschland haben mittlerweile fast drei Viertel der Haushalte Zugang zu einem Gigabit-Anschluss im Festnetz. Etwa 25 Millionen Haushalte hatten Ende 2021 Zugang zu Gigabit-Anschlüssen über HFC-Netze, der Zugang zu FTTB/H-Netzen lag bei mehr als sechs Millionen.

Wie viele Haushalte nutzen FTTH-Anschlüsse als aktive Kunden?

11,7 Millionen Haushalte nutzten Ende 2021 Anschlüsse an gigabitfähige Netze. Davon entfielen 9,1 Millionen auf HFC-Netze und 2,6 Millionen auf FTTB/H-Netze (1,7 Mio. FTTH; 0,9 Mio. auf FTTB).

Die Fragen stellte Thomas Engelbrecht

Redaktion (allg.)

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Artikel „Existierende Netze dürfen nicht überbaut werden“
Seite 22 bis 23
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