Hohe Preise halten Eigentumsquote niedrig

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Prof. Michael Voigtländer: „Eigentumsquote wird in Deutschland weiter stagnieren.“ Bild: privat
Prof. Michael Voigtländer: „Eigentumsquote wird in Deutschland weiter stagnieren.“ Bild: privat

Auch für das 3. Quartal 2019 meldet das Statistische Bundesamt steigende Preise für Wohnimmobilien. Sie lagen durchschnittlich 4,9 Prozent höher als im 3. Quartal 2018. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, verteuerten sich insbesondere Eigentumswohnungen (+ 9 %) und Ein- und Zweifamilienhäuser (+ 7,5 %) in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf). In den anderen kreisfreien Großstädten ab 100.000 Einwohnern stiegen die Preise für Häuser um 7,8 Prozent, die Preise für Eigentumswohnungen um 5,8 Prozent an. In städtischen Kreisen außerhalb von kreisfreien Großstädten wurden Preissteigerungen von 5,1 Prozent für Ein- und Zweifamilienhäuser und 4,5 Prozent für Eigentumswohnungen beobachtet.

Das steigende Preisniveau dürfte die Tatsache zementieren, dass die Eigentumsquote in Deutschland im europäischen Vergleich sehr gering ist. „Deutschland ist ein Mieterland: Weniger als die Hälfte der Deutschen leben in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus“, stellt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in einer Studie fest und beklagt gleichzeitig, dass sich immer weniger Menschen in Deutschland Eigentum leisten könnten. Nach der Jahrtausendwende sei die sogenannte Wohneigentumsquote lediglich von 41 Prozent auf 45,5 Prozent gestiegen – seit sieben Jahren stagniere sie. Zum Vergleich: Die Eigentumsquote in Belgien und Spanien betrage jeweils 70 Prozent. Vor allem junge Deutsche lebten wieder häufiger zur Miete: 1999 betrug die Wohneigentumsquote der 25- bis 34-Jährigen 23 Prozent – im Jahr 2017 waren es nur noch zwölf Prozent. Bei den 65- bis 74-Jährigen dagegen liege die Eigentumsquote bei 58 Prozent. Für diese Entwicklung gebe es mehrere Gründe.

Zum einen gebe es vor allem in den Großstädten immer mehr Singlehaushalte, und Singles wohnen aufgrund der hohen Kosten, die mit dem Erwerb einer Eigentumsimmobilie verbunden sind, meist zur Miete. Zudem studieren immer mehr junge Menschen, gehen also erst in einem späteren Lebensabschnitt arbeiten und können sich die eigenen vier Wände noch nicht leisten. Bei Paaren sei die Wahrscheinlichkeit, ein Eigenheim zu besitzen, etwa dreimal höher als bei Singles.

Auch der Andrang auf die Großstädte habe eine direkte Auswirkung auf die Wohneigentumsquote. Die meisten Immobilienkäufer träumen vom Ein- oder Zweifamilienhaus, die aber sind in den Städten rar. „In Zukunft werden immer mehr Menschen in die Städte ziehen wollen“, sagt Studienautor Prof. Michael Voigtländer. „Die Wohneigentumsbildung wird deshalb auch weiterhin stagnieren.“(Red.)

Redaktion (allg.)

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