Datentransparenz und präzise Heizungssteuerung

Mehr Information und Innovation für weniger CO2

Steigende Preise für CO2-Emissionen fossilen Ursprungs sollen dazu beitragen, die Klima- und Energieziele der Bundesregierung zu erreichen.
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Wohnungsnutzer und Eigentümer sind steigenden CO2-Kosten nicht schutzlos ausgeliefert. Bild: Brunata-Metrona
Wohnungsnutzer und Eigentümer sind steigenden CO2-Kosten nicht schutzlos ausgeliefert. Bild: Brunata-Metrona

Nach der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat ist das Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) Ende 2020 in Kraft getreten. Es legt die Preise der Zertifikate für fossile Treibhausgasemissionen (CO2) fest. Im Bereich der Heizwärme für Gebäude ist derzeit noch offen, ob Mieter komplett für ihren Anteil an den CO2-Kosten aufkommen müssen, oder ob auch die Eigentümer an den Kosten beteiligt werden. Die Umlagefähigkeit und der Verteilungsschlüssel zwischen Mietern und Vermietern werden von den politischen Gremien und der Immobilienwirtschaft noch diskutiert. Zur Erreichung der Klimaschutzziele sollen Eigentümer auf klimafreundliche Alternativen in der Wärmeerzeugung umsteigen und Verbraucher sich mit den Möglichkeiten zur Energieeinsparung vertraut machen.

Gut informiert spart es sich besser

Um Wohnungsnutzer dabei zu unterstüt-zen, mehr Energie einzusparen, sieht der Gesetzgeber vor, sie zukünftig häufiger über ihren Energieverbrauch zu informieren. In der Energieeffizienzrichtlinie (Energy Efficiency Directive = EED) gibt die EU vor, dass die jährlichen Energiekostenabrechnungen durch unterjährige Verbrauchsinformationen ergänzt werden müssen. Dazu werden die Gebäude sukzessive mit fernablesbaren Erfassungssystemen für den Energieverbrauch ausgestattet. Spätestens 2022 erhalten Wohnungsnutzer, deren Wohnungen mit fernablesbaren Erfassungsgeräten ausgestattet sind, ihre Verbrauchsinformationen mindestens monatlich. Die Bundesregierung setzt diese Vorgaben mit der Novelle der Heizkostenverordnung um, die in Kürze verabschiedet wird.

Die unterjährigen Verbrauchsinformationen informieren den Nutzer über seinen Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser in der laufenden Abrechnungsperiode. Sie enthalten die Einzelwerte zu jedem abgelaufenen Monat des Abrechnungsjahres, kumulierte Verbrauchswerte innerhalb des Jahres und eine Hochrechnung zum Ende des Abrechnungszeitraums. Ein Vergleich des Einzelverbrauchs zu Kennwerten in der Liegenschaft erhöht die Aussagekraft. Um die aktuellen Werte besser einordnen zu können, stehen ihnen jeweils die Verbrauchswerte des Vorjahres gegenüber. Alle Werte sind witterungsbereinigt und daher sehr aussagekräftig. Attraktive Darstellungen z.B. in einer App oder in einem Web-Portal runden die unterjährigen Verbrauchsinformationen für den Nutzer ab.

Neben den Einsparungen der Nutzer auf der Verbrauchsseite gewinnen technische Möglichkeiten zur Einsparung fossiler Brennstoffe an Bedeutung für den Klimaschutz und parallel für die Rentabilität einer Immobilie. Die meisten Verfahren sind jedoch aufwendig und entsprechend teuer, wie beispielsweise die Modernisierung der Heizungsanlage oder die Dämmung der Gebäudehülle. BRUNATA-METRONA hat deshalb in Kooperation mit der Westsächsischen Hochschule in Zwickau eine kostengünstige, IT-gestützte Lösung für den intelligenten Gebäudebetrieb entwickelt. Mittels künstlicher Intelligenz (KI) optimiert das System die vorhandene Heizungssteuerung und senkt dadurch den Energiebedarf um bis zu 20 Prozent – ohne Einbußen für die Nutzer. Die KI ist ein lernendes System, das dieBereitstellung von Heizenergie und Warmwasser bedarfsgerecht steuert. Stehen neben dem fossilen Energieträger auch regenerative Energiequellen zur Verfügung, so steuert die KI den optimalen Mix der unterschiedlichen Energieträger.

Zwei Besonderheiten zeichnen diese Lösung aus:

  • Datenhoheit beim Gebäudebetreiber: Sämtliche Daten, die im Betrieb anfallen, werden ausschließlich im Gebäude verarbeitet. Der Gebäudebetreiber ist jederzeit Herr seiner Daten.
  • Technologieoffenheit und Flexibilität: Geräte anderer Hersteller können problemlos in die intelligente Plattform von BRUNATA-METRONA eingebunden werden. Für den Gebäudebetreiber bietet diese Plattform einen preisgünstigen Einstieg in die weitere Digitalisierung der Immobilie: Neben der Heizungssteuerung können Lösungen für das altersgerechte Wohnen, die Sicherheit von Gebäuden und Nutzern, die Optimierung von Betriebsprozessen oder die Einbindung in Quartierslösungen einfach und wirksam umgesetzt werden.

Christopher Intsiful

Christopher Intsiful
BRUNATA-METRONA
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Artikel Mehr Information und Innovation für weniger CO2
Seite 23
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