Verbände erinnern an Koalitionsversprechen
Angesichts der nach wie vor angespannten Lage auf dem Bau- und Immobilienmarkt fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) die Politik dringend zu entsprechenden Maßnahmen auf, um die Realisierung bereits genehmigter Wohnbauprojekte nicht länger zu gefährden. Es handele sich insbesondere um Vorhaben, die nach dem KfW-Effizienzhaus-55-Standard (EH55) geplant wurden. Viele verfügten über eine gültige KfW-Förderzusage, konnten jedoch aufgrund der veränderten Marktbedingungen nicht begonnen oder abgeschlossen werden. Andere Projekte wurden nach den Anforderungen des KfW-55-Standards genehmigt, konnten aber durch den Förderstopp 2022 keinen Antrag mehr stellen.
Die Wiederherstellung der Förderfähigkeit des EH 55-Standards ist bereits im Koalitionsvertrag festgehalten. Die BID erwartet jetzt die schnelle Umsetzung dieses politischen Willens und die entsprechende Bereitstellung der finanziellen Mittel. „Wir brauchen jetzt ein starkes Signal für Wohnraumschaffung, Investitionssicherheit und Klimaschutz. Der Wohnungsbau ist ins Stocken geraten, unter anderem durch massiv gestiegene Baukosten und abrupte Förderstopps. Es droht der Verlust von zehntausenden geplanten Wohneinheiten, mit schwerwiegenden Folgen nicht nur für Mieter, sondern auch für Kommunen und die Bau- und Immobilienwirtschaft”, betont Iris Schöberl, die amtierende Präsidentin der BID. „Es geht dabei um Wohnungsbauprojekte, die bereits bewilligt wurden. Die Maßnahmen sind förderrechtlich umsetzbar und gesellschaftspolitisch dringend geboten.“
Die BID fordert unter anderem eine Verlängerung der Umsetzungfrist auf 72 Monate.
GdW-Unternehmen könnten 17.000 Wohnungen bauen
Auch der GdW hatte bereits im Frühsommer auf seiner Jahrespressekonferenz die Wiederauflage der EH 55-Förderung verlangt und detailliert die Wirkung auf das Neubaugeschehen beschrieben. Eine Umfrage unter den Verbandsmitgliedern hatte zuvor ergeben, dass 16 Prozent der Unternehmen baureife Planungen in den Schubladen hätten, die aufgrund fehlender Fördermittel aber auf Eis liegen. Das betreffe bei dieser Teilgruppe 17.000 Wohneinheiten, die bei einer Neuauflage der EH55-Förderung gebaut werden könnten. Hochgerechnet auf den gesamten Wohnungsbau wären es sogar bis zu 51.000 Wohneinheiten. Der erforderliche Förderaufwand: rund 1,5 Milliarden Euro – für Zuschüsse und Zinsverbilligungen über zehn Jahre.
Ein überschaubarer Betrag für eine enorme Wirkung. Statt mit immer neuen Auflagen den Neubau zu strangulieren, sollte die Politik bestehende Standards fördern – verlässlich, planbar und unbürokratisch“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko.
Redaktion (allg.)
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