BBU-ZukunftsAward 2020

Windstrom zu Heizwärme

Das Berliner Wohnungsunternehmen Gewobag setzt überschüssigen Strom aus Windkraft- und Solaranlagen ein, um 1.700 Wohnungen mit Wärme zu versorgen. Dafür gab es jetzt den BBU-ZukunftsAward 2020.
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1. Preis für vorbildlichen Klimaschutz: (v. li.) Maren Kern (BBU), Markus Terboven (Gewobag), Snezana Michaelis (Gewobag), Stefan Tidow (Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz) Bild: Mausolf
1. Preis für vorbildlichen Klimaschutz: (v. li.) Maren Kern (BBU), Markus Terboven (Gewobag), Snezana Michaelis (Gewobag), Stefan Tidow (Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz) Bild: Mausolf

Wird überschüssiger regenerativ erzeugter Strom genutzt, um große Wasserspeicher zu erwärmen, spricht man von Sektorkopplung und sogenannten Power-to-heat-Anlagen. Für ihren sektorenkoppelnden Stahlspeicher in einem Tegeler Wohnquartier und dem Beitrag zur Energieeffizienz in der Wohnungswirtschaft ist die Gewobag mit dem BBU-ZukunftsAward 2020 in der Kategorie „Gesellschaften“ ausgezeichnet worden. Das Klimaschutzprojekt realisierten Gewobag (70.000 Wohnungen in Berlin), Vattenfall Energy Solutions und das Energiespeicher-Start-up Lumenion 2019 gemeinsam im Rahmen des Förderprojektes windNODE in der 1.680 Wohnungen umfassenden Gewobag-Siedlung aus den 70er-Jahren in Berlin-Tegel. Dabei nimmt der Stahlspeicher regionale Erzeugungsspitzen aus Wind- und Sonnenenergie netzdienlich auf und stellt diese erneuerbare Energie später als Wärme und Strom bereit. Überschüssig erzeugter Strom aus Wind- und Sonnenenergie kann so aus dem Berliner Umland gewonnen werden: Die Gewobag stellt damit zukünftig nicht nur die Quartiersversorgung sicher – sie trägt außerdem zur Regulierung von Ressourcen und Betriebskosten von Bestandsgebäuden im urbanen Raum bei.

Ein mit Wasser gefüllter Stahlspeicher nimmt überschüssigen Strom aus Windkraft- und Solarstromanlagen sowie aus dem BHKW des Quartiers in Form von Wärme auf. Die Anlage hat eine Speicherkapazität 2.400 kWh. Damit ließe sich ein Wohnhaus des Quartiers mit 61 Beladungen ein Jahr lang mit erneuerbaren Energien versorgen. Dies würde zu einer C02-Einsparung von 29 Tonnen führen. In weiteren Projekten sollen Speicher mit einer Kapazität von 40 MWh, 500 MWh und sogar im Gigawattbereich entstehen.

Die Jury unter Vorsitz des Staatssekretärs für Umwelt, Verkehr und Klima, Stefan Tidow, war vor allem vom hohen Innovationsgrad der Energie-Effizienzmaßnahme überzeugt. Die durch den Stahlspeicher geschaffene „Power-to-heat-Lösung“ zeige nicht nur die Bandbreite zukunftsweisender Speicherlösungen. Sie nutze auch die erneuerbaren Ressourcen aus Brandenburg optimal.

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Snezana Michaelis, Mitglied des Vorstandes der Gewobag, freut sich: „Die Energiewende können wir nur dezentral und in der Kooperation mit starken Partnern meistern. Als landeseigenes Wohnungsbauunternehmen leisten wir in unseren Quartieren unseren Beitrag zum Klimaschutz und einer messbaren CO2-Einsparung. Wir freuen uns, mit diesem Projekt die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Energieversorgungsunternehmen, städtischer Wohnungsbaugesellschaft und innovativem Start-up zu demonstrieren und sind stolz auf diese Auszeichnung.“

Seit 20 Jahren lobt der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen jährlich einen Wettbewerb unter seinen Mitgliedsunternehmen aus. Für die BBU-ZukunftsAwards 2020 rief der Verband unter dem Motto „Erfolgsfaktor Innovation im Einsatz für den Klimaschutz“ zur Einreichung von Best-Practice-Projekten aus den Bereichen Energie und Klimaschutz auf, die einen Beitrag zur Energieeffienz in der Wohnungswirtschaft leisten. In den beiden Kategorien „Genossenschaften“ und Gesellschaften“ wurden insgesamt sieben Preise sowie eine besondere Anerkennung vergeben.(Red.)

Redaktion (allg.)

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Artikel Windstrom zu Heizwärme
Seite 41
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