Fassadengestaltung

Glasmosaik: schöne Refexionen, langlebig und wartungsarm

15.10.2018

Die Fassade eines Gebäudes ist für den Gesamteindruck der Immobilie entscheidend. Ob Putz und Farbe, Glasmosaike, Holz, Naturstein, Keramik oder eine Kombination. Der Markt bietet viele Möglichkeiten und Materialien für die Gestaltung einer Fassade. Neben Ästhetik spielen auch Funktionalität und Langlebigkeit eine Rolle bei der Auswahl. Doch wie sind Kosten und Verarbeitungsaufwand einzuschätzen und wo liegen die Vor- und Nachteile der Materialien? Die IVV stellt in einer Serie Beispielobjekte mit verschieden gestalteten Fassaden vor. Diesmal: Fassadengestaltung mit Glasmosaik - Das Lichtspielhaus.

FOTO: Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Uwe Keller

Wohnungsunternehmen wünschte sich "Das Besondere"

Klar, glänzend, hart und glatt – das sind die Eigenschaften von Glas. An der Fassade gibt Glasmosaik aufgrund seiner Farbbrillanz, seiner Tiefenwirkung und seines Glanzes der Gebäudehülle einen besonderen Charakter. Die Farbpigmente werden in das Glas eingeschmolzen, sodass das Glasmosaik farbbeständig ist und eine homogene Farbwirkung besitzt. Es kann auf Wärmedämmverbund-Systemen, auf vorgehängte hinterlüftete Fassaden und auf massiven Wänden aufgebracht werden.

Das Besondere wünschte sich auch das kommunale Wohnungsunternehmen GAG Ludwigshafen am Rhein vor zehn Jahren für die Fassaden von drei neu errichteten Stadtvillen in Ludwigshafen direkt am Rhein mit insgesamt 14 Etagen- und Maisonettewohnungen: Die Gebäudehüllen sind mit einer Kombination von schneeweißem Putz mit moosgrün funkelnden, türkisblau schimmernden Glasmosaikteilflächen und -bändern gestaltet. Auf das Wärmedämmverbundsystem folgte ein weißer Silikonharzputz. Bei dessen Verarbeitung haben die Verarbeiter rund 300 Quadratmeter für die Montage des Glasmosaiks ausgespart.

Hohes fachliches Know-how gefragt

Die Verarbeitung des Glasmosaiks, das auf Folie geliefert wurde, war laut Architekt Patrick Humpert problemlos, auch aufgrund der vorgefertigten Verarbeitungseinheiten. „Das Glasmosaik wurden mit der Folie nach außen in den auf das Wärmedämmverbundsystem aufgetragenen Kleber eingeklebt, nach Durchhärtung wurde die Folie wieder abgezogen, es folgte die Verschlämmung der Fugen und das Polieren des Glases“, erläutert Humpert. „Für ein gutes Gelingen ist
natürlich ein qualifizierter Handwerksbetrieb wichtig, der das Glasmosaik fachgerecht verarbeiten kann.“ Und Marc Gatzweiler, Geschäftsführer der Delta Elements GmbH in Offenbach am Main, die das Glasmosaik lieferte, fügt hinzu: „Wünschenswert wäre ein Malerbetrieb, der das WDVS verarbeitet, in enger Zusammenarbeit mit einem qualifizierten
Fliesenleger, der den Fassadenbelag anbringt. In der Praxis haben wir oft die Erfahrung gemacht, dass viele Verarbeiter zu  wenig Kenntnis von den handwerklichen Anforderungen an das Fassadensystem haben.

Kosten, Nutzen, zeitlicher Aufwand

In solchen Fällen unterstützen wir mit unserem Technischen Support bei der Einweisung der Arbeiten vor Ort.“ Im System arbeiten Bei der Wahl eines Fassadenbelags ist grundsätzlich das Landesbaurecht zu beachten: Im Zuge dieser Baumaßnahme musste noch eine Zustimmung im Einzelfall bei der Landesbehörde eingeholt werden, die, bei
der Verwendung von Glasmosaik auf WDVS, die bauphysikalische, statische und baurechtliche Unbedenklichkeit bescheinigte. „Diese Einzelzulassung ist bei uns jetzt nicht mehr nötig, da die Spezifikation unseres Produkts auf die Anforderungen der Fassadensystemgeber hin abgestellt sind und somit in die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen der Systemgeber passen“, erläutert Marc Gatzweiler. Die Wichtigkeit des Systems bestätigt auch Patrick Humpert: „Am besten ist es, mit einem Hersteller zusammenzuarbeiten und entsprechend auf ein System zurückzugreifen, sonst gibt es keine Gewährleistung.“ Die Kosten für eine Glasmosaikfassade betragen netto etwa 175
Euro pro Quadratmeter, das beinhaltet die Glasfliesen, Lieferung, Verlegen und Polieren.

Langer Lebenszyklus, schön anzusehen

Der zeitliche Verarbeitungsaufwand liegt pro Quadratmeter etwa bei einer Stunde. Geringer Wartungsaufwand
Glasmosaikfliesen besitzen eine hohe Stoßfestigkeit und einen geringen Wartungsaufwand: „Erst nach etwa 20 Jahren
ist es nötig, die Glasmosaike mit einem Dampfstrahler zu säubern, der Selbstreinigungseffekt ist groß, weil das Material sehr glatt ist“, erklärt Gatzweiler. Die dauerelastischen Feldbegrenzungs- und Anschlussfugen zu benachbarten Materialien müssen alle fünf bis zehn Jahre auf ihre Dichtigkeit hin geprüft und gegebenenfalls erneuert
werden. Glasmosaik an der Fassade hat einen sehr langen Lebenszyklus und das Objekt erhält eine deutlich höhere Wertigkeit. Und Patrick Humpert ergänzt: „Für die Stadtvillen am Rhein kann ich sagen: Die Glasmosaiksteine halten sich auch nach zehn Jahren noch sehr gut an der Fassade und sind schön anzusehen.“

Serie Fassadengestaltung der Zeitschrift IVV immobilien vermieten & verwalten

Teil 1: Putze und Anstriche in historischer Verdichtung, in IVV Ausgabe 06/2018 - Heft nachbestellen
Teil 2: Holz vor der Hütte, in IVV-Ausgabe 07-08/2018 - Heft nachbestellen
Teil 3: Glasmosaik auf WDVS, in IVV-Ausgabe 09/2018 - Heft nachbestellen
Teil 4: Hohe Kunst an der Wand, in IVV-Ausgabe 10/2018 - Heft nachbestellen

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Suchbegriffe: FassadengestaltungGAGGlasmosaikLudwigshafen

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