Klimaschutz hin oder her:

Heizenergieverbrauch steigt seit zwei Jahren wieder

20.11.2018

Trotz aller Bemühungen von Politik und Wohnungswirtschaft und Milliarden-Investitionen in die Dämmung steigt der Heizenergieverbrauch.

Heizkörperthermostat mit Euro-Zeichen
Miete haben offenbar wenig Anreiz zum Sparen. Foto: Adobestock/Robert Neumann

Die Ergebnisse der jährlichen Energiekennwerte des Messdienstleisters Techem sind ernüchternd. Der Heizenergieverbrauch hat sich in den Jahren 2016 und 2017 um insgesamt mehr als fünf Prozent erhöht. Die vor 2008 noch deutlich rückläufige und dann über Jahre hinweg annähernd stagnierende Entwicklung habe sich in einen leichten Verbrauchsanstieg für alle Energieträger umgekehrt, heißt es in der Einleitung zur Techem-Studie Energiekennwerte 2018. Grundlage der Studie sind die Messwerte aus 39.200 Mehrfamilienhäusern mit 415.000 Wohnungen.

Über die Ursachen kann man nur spekulieren

Techem selbst weist darauf hin, dass die Preise für Öl und Gas im Betrachtungszeitraum zurückgegangen seien. Mittlerweile steigen sie wieder. Die zweite Vermutung, geäußert von GdW-Präsident Axel Gedaschko während des parlamentarischen Abends von Techem in Berlin: Der sogenannte Rebound-Effekt; dieser besagt, dass Mieter, die in energetisch modernisierten Wohnungen leben, keinen Grund mehr zum sparsamen Umgang mit Energie sehen.
Axel Gedaschko übte auf dem Tag der Wohnungswirtschaft des GdW scharfe Kritik an der bisherigen Klimaschutzpolitik. Das Erreichen der Klimaschutzziele sei nach der bisherigen Methodik für Wohnungsunternehmen wirtschaftlich und sozial nicht umsetzbar. Mit den Instrumenten des Mietrechts könne man dieses Problem nicht lösen. Die Politik sei sich dessen bewusst, setze aber nicht den einzig möglichen Joker ein, die Finanzierung der sozial und wirtschaftlich nicht mehr tragbaren Kosten durch staatliche Hilfen. „Ganz im Gegenteil: Von der KfW wird das am stärksten gefördert, was am teuersten ist“, so Gedaschko unter Hinweis auf die Gebäudedämmung.

"Ein Stück aus dem Tollhaus"

Die Bundesregierung müsse ihre Effizienzstrategie überprüfen und die Kosten der einzelnen CO2-Vermeidungsmaßnahmen analysieren. Zweitens müsse bei der KfW das am stärksten gefördert werden, was am wenigsten kostet und am meisten CO2 einspart. Drittens müsse endlich der Rechtsrahmen für die dezentrale Energieerzeugung für Wärme und Strom durch Wohnungsunternehmen geschaffen werden. Gedaschko: „Dass die Bundesregierung gerade plant, das zarte Pflänzchen Mieterstrom platt zu machen, gleicht einem Stück aus dem Tollhaus“.

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