Immobilieninvestitionen weiter im Aufwind

Das Transaktionsvolumen von gewerblichen und privaten Immobilien in Deutschland ist 2011 gegenüber dem Vorjahr um rund 13,1 % auf 165,84 Mrd. Euro gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Hochrechnung des Immobilienverbands IVD auf Basis des vom Bundesministerium für Finanzen erhobenen Grunderwerbsteueraufkommens.

„Das Interesse an deutschen Immobilien ist ungebrochen", sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD. "Viele in- und ausländische Investoren suchen angesichts der aktuellen Währungskrise nach einer sicheren Anlage. Niedrige Zinsen, günstige Preise und vielerorts steigende Mieten sind gute Voraussetzungen, um jetzt in den Markt einzusteigen."

Stärkster Anstieg in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern
Hessen hat mit einem Umsatzwachstum von 29,53 % auf 14,81 Mrd. Euro den stärksten Umsatzanstieg unter den westdeutschen Bundesländern. In Mecklenburg-Vorpommern lag das Umsatzplus sogar bei 33,53 %. „Das Land profitiert von der inländischen Nachfrage nach Ferienimmobilien", sagt Schick. "Mit einem Gesamtumsatz von 2,70 Mrd. Euro bleibt der Markt jedoch auch weiterhin überschaubar." Ebenfalls deutliche Zuwächse gab es in Sachsen (+25,60 %) und Berlin (+23,05 %). „Die Bundeshauptstadt und die sächsischen Metropolen Leipzig und Dresden gehören derzeit zu den interessantesten Wohnimmobilienstandorten überhaupt", kommentiert Schick den deutlichen Trend. In den meisten Bundesländern hat es im vergangenen Jahr zweistellige Zuwachsraten beim Immobilienumsatz gegeben. Nur in Nordrhein-Westfalen (+7,07 %) und Bremen (6,32 %) blieb der Anstieg im einstelligen Bereich. In Niedersachsen verharrten die Transaktionen mit 11,38 Mrd. Euro in etwa auf dem Vorjahresniveau (+0,12 %), und in Thüringen war mit einem Minus von 1,0 % auf 1,59 Mrd. Euro sogar ein leichter Rückgang der Investitionstätigkeit zu verzeichnen. „In Thüringen ist die Grunderwerbsteuer zum 07.04.2011 von 3,5 auf 5 % erhöht worden", sagt Schick. "Das Land ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Steuererhöhung das Transaktionsgeschehen spürbar beeinträchtigt."

Bayern vor Nordrhein-Westfalen
Die höchsten Umsätze wurden mit 33,66 Mrd. Euro in Bayern erzielt. Das bedeutet ein Plus von 13,3 % gegenüber dem Vorjahr. Damit hat der Freistaat Nordrhein-Westfalen (NRW) als umsatzstärkstes Bundesland abgelöst. In NRW wurden im vergangenen Jahr immerhin 32,71 Mrd. Euro bei Immobilientransaktionen umgesetzt. Auf Platz drei liegt Baden-Württemberg mit einem Umsatz von 25,13 Mrd. Euro.

Zur Ermittlungsmethode
Das Immobilientransaktionsvolumen beziehungsweise der Immobilienumsatz umfasst sämtliche privaten und gewerblichen Immobilientransaktionen, für die Grunderwerbsteuer zu entrichten ist. Da die überwiegende Zahl der Transaktionen - mit Ausnahme der Fälle, bei denen Erbschafts- und Schenkungssteuer anfallen, sowie Share-Deals - dieser besonderen Umsatzsteuer unterliegen, ist diese Statistik ein probates Mittel, die jährlichen Immobilienumsätze zu erfassen.

Printer Friendly, PDF & Email
9.1.2024
Marktentwicklung Wohnimmobilien 2023
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wurden 2022 in NRW noch 47.400 neue Wohnungen gebaut. Vielerorts sind die Mieten gestiegen, während die Preise für Wohneigentum sanken. Zu diesen Ergebnissen kommt...
11.12.2023
Fast ein Drittel der Kosten sind Steuern und Abgaben
Neubauwohnungen kosten in Deutschland 5.150 Euro pro Quadratmeter – und sind damit teurer als in vielen anderen europäischen Ländern. Fast ein Drittel dieser Kosten, etwa 1.500 Euro, werden direkt...
21.5.2025
ImmoScout24 Solarvergleich
"Eine sanierte Immobilie mit Solaranlage ist für Käufer:innen und Mieter:innen deutlich attraktiver und kann den Wert der Immobilie erheblich steigern. Gerade jetzt können Eigentümer:innen von...
12.5.2025
Deutscher Wohnimmobilienmarkt
Mehrere Marktbeobachter sind sich einig: Der deutsche Wohnimmobilienmarkt zeigt nach einer langen Korrekturphase Anzeichen einer Stabilisierung. Die Preise für Eigentumswohnungen und Ein- und...
26.3.2024
Postbank Wohnatlas 2024
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen waren 2023 in fast allen Regionen Deutschlands auf rasanter Talfahrt. Im Durchschnitt über alle Gebiete hinweg gingen die Preise gegenüber 2022...
10.7.2024
Wohnimmobilien-Investments im ersten Halbjahr
Analysten erkennen im ersten Halbjahr 2024 eine Belebung des Immobilieninvestmentmarktes, weil die Inflation sinkt und die Rate sich der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent...