Das zeigt der neue Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Im ersten Quartal 2025 lagen die Preise von Eigentumswohnungen 1,1 Prozent über dem Vorjahresquartal, Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten sogar 2,9 Prozent mehr. Besonders in Essen (+ 6,3 Prozent) und Leipzig (+ 5,8 Prozent) legten die Kaufpreise stark zu. Unter den zehn größten Städten der Bundesrepublik sind die Preise einzig in Köln leicht um 0,3 Prozent gesunken.
Auch nach Einschätzung des Investmentberatungsunternehmens Principal Asset Management haben sich die Kapitalwerte deutscher Wohnimmobilien im ersten Quartal 2025 weiter erholt. Trotz der jüngsten Erholung blieben die Werte jedoch noch rund 20 Prozent unter dem Hoch vom Juni 2022. Die jüngsten Zahlen des GREIX-Index deuteten zudem auf ein Auseinanderdriften im Wohnsegment hin. Während die Nachfrage nach Neubauten spürbar zurückgekehrt sei, stünden ältere Bestände weiterhin unter Druck. Bereits im vierten Quartal 2024 wurde ein Anstieg von 0,8 Prozent verzeichnet, nach einem Plus von 0,6 Prozent im Vorquartal. Das ist primär durch die Einkommenssteigerungen getrieben worden, so Principal Asset. Deutschland gehöre neben Großbritannien, Spanien und den Niederlanden zu den bevorzugten Zielmärkten von Investoren. Für die kommenden Monate zeichne sich eine vorsichtige Markterholung ab.
IVD: Transaktionsvolumen steigt um 12 Prozent
Der Immobilienverband Deutschland IVD stellt in seiner aktuellen Marktanalyse ebenfalls eine Belebung der Immobilienmärkte fest: Im ersten Quartal 2025 stieg das bundesweite Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorquartal um 12,1 Prozent auf 70,2 Milliarden Euro. Damit setze sich der Aufwärtstrend fort, der bereits seit Mitte 2024 zu beobachten ist.
„Die Investitionsbereitschaft wächst – das zeigt der bundesweite Aufwärtstrend, der in allen Bundesländern mehr oder weniger stark erkennbar ist“, sagt IVD-Präsident Dirk Wohltorf. „Die Baufinanzierungszinsen haben sich eingependelt, die Preise entwickeln sich stabil oder lediglich leicht steigend.“
„Verunsicherung durch Heizungsgesetz hat sich verflüchtigt“
Wohltorf geht in seiner Analyse davon aus, dass das sogenannte Heizungsgesetz zum Einbruch der Kaufbereitschaft von Verbrauchern geführt habe. Diese starke Verunsicherung habe sich verflüchtigt, das Vertrauen an den Immobilienmärkten kehre sukzessive zurück. Die deutlich steigenden Immobilienumsätze seien der Beweis dafür, dass Privatpersonen den Kauf von Häusern und Wohnungen für attraktiv halten – ob als Eigenheim oder zur Altersvorsorge als Kapitalanlage. 67 Prozent der Mieter wünschen sich eine eigene Immobilie, wie die im Februar vorgestellte repräsentative Forsa-Umfrage zeige.
Mietmärkte weiterhin höchst angespannt
Das IW Institut der deutschen Wirtschaft blickt in seiner jüngsten Analyse auch auf die unverändert angespannten Mietmärkte. Nach wie vor treffe insbesondere in Städten eine hohe Nachfrage nach Wohnungen auf ein kleines Angebot. Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal seien die Mieten bundesweit um 4,3 Prozent gestiegen, in Leipzig zahlen die Mieter mit 7,7 Prozent am meisten drauf. Die Berliner Mieter wiederum kommen mit einem Plus von drei Prozent vergleichsweise günstig davon.
Auch im weiteren Jahresverlauf dürften Kauf- und Mietpreise weiter ansteigen. Der Grund: Nach wie vor wird zu wenig gebaut, die Nachfrage wiederum bleibt hoch und wird tendenziell weiter steigen. Doch zumindest der neue Koalitionsvertrag von Union und SPD machen den Wissenschaftlern Hoffnung: „Langfristig wird das Sondervermögen Deutschland als Standort attraktiver machen, auch für Bauinvestoren“, sagt Studienautor und Immobilienökonom Pekka Sagner. „Und auch sonst finden sich im Koalitionsvertrag Maßnahmen, die Bürokratie abbauen und den Neubau fördern sollen – längst überfällige Schritte in die richtige Richtung.“















