Neue Zahlen zu Baugenehmigungen

Positiver Trend hält an - aber reicht das?

Für den Oktober 2025 hat das Statistische Bundesamt heute die aktuellen Zahlen der Baugenehmigungen vorgelegt. Die haben im Vergleich zum Oktober 2024 um 6,8 Prozent zugelegt. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2025 ergibt sich gegenüber der gleichen Zeitspanne des Vorjahres sogar ein zweistelliges Plus von 11,2 Prozent. Aber wann ändert sich etwas am Wohnungsmangel?

Besonders deutlich ist der Zuwachs bei Genehmigungen von Mehrfamilienhäusern. Foto: Kurt Michel / pixelio
Besonders deutlich ist der Zuwachs bei Genehmigungen von Mehrfamilienhäusern. Foto: Kurt Michel / pixelio

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), kommentiert die weitere Zunahme der Baugenehmigungen mit den Worten: "Der positive Trend der vergangenen Monate stabilisiert sich damit weiter." Und fügt hinzu: "Der Abstand zum tatsächlichen Bedarf bleibt groß. Aktuell steuern wir auf gerade einmal 225.000 Fertigstellungen in diesem Jahr zu. Das ist viel zu wenig angesichts des enormen Wohnungsmangels." Vor einer Woche hat der Präsident des ZDB Wolfgang Schubert-Raab bereits festgestellt: "Für eine echte Wende fehlen uns jährlich mehr als 100.000 Baugenehmigungen“ 

Deutliche Zunahme bei Mehrfamilienhäusern

Erfreulich ist aus Sicht die Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) der deutliche Zuwachs der Baugenehmigungen bei den für den Wohnungsmarkt besonders relevanten Mehrfamilienhäusern. Hier meldet das Statistische Bundesamt einen Anstieg von 13,2 Prozent in der Zeit von Januar bis Oktober 2025 im Vergleich zum Vorjahr. „Die aktuellen Zahlen sind ein gutes Zeichen für die Branche,“ sagt die ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. „Nach dem Bau-Turbo und der Wiederaufnahme der EH55-Förderung gilt es nun, den Reformkurs konsequent fortzusetzen.“

Stabile Rahmenbedingungen gefordert

Kontinuität bei der Förderung des Wohnungsbaus wünscht sich auch Felix Paklepa: „Die neue EH 55-Plus-Förderung weist in die richtige Richtung. Jetzt kommt es darauf an: Förderprogramme für potentielle Bauherren müssen langfristig angelegt sein und nicht jedes Jahr neu verhandelt werden. Wer bauen will, braucht die Sicherheit, dass Unterstützung auch morgen noch da ist. Eine Förderlotterie mit ungewissem Ausgang hilft niemanden. Nur wenn die Politik Rahmenbedingungen mit Perspektive schafft, kann aus den ersten Erholungszeichen ein echter Aufschwung werden.“

Christian Veh

Christian Veh
Redakteur, IVV immobilien vermieten & verwalten
Printer Friendly, PDF & Email
23.1.2026
Baukonjunktur stabilisiert sich
Das Statische Bundesamt hat zu Auftagseingang und Umsatz im Bauhauptgewerbe für den November 2025 die neuen Zahlen veröffentlicht. Demnach gab es real 8,5 Prozent mehr Aufträge als im Monat davor und...
23.3.2026
Statitisches Bundesamt gibt neue Zahlen bekannt
Im Januar 2026 wurde in Deutschland der Bau von 19.500 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren das 8,4 Prozent oder 1.500 Baugenehmigungen mehr als im Januar 2025.
10.2.2026
ZIA-Frühjahrsgutachten 2026 vorgestellt
Die Präsidentin des Zentalen Immobilien Ausschuss (ZIA) Iris Schöberl hat am 10. Februar das Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen zur Immobilienwirtschaft 2026 an die Parlamentarische...
19.10.2026
Ist Gebäudetyp E der Schlüssel?
Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland ist weiter gestiegen. Von Januar bis August 2026 wurden 169.400 Wohnungen genehmigt – das sind 12,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im...
31.7.2026
Branchen-Verbände schlagen Alarm
Vor einem Einbruch beim Wohnungsbau warnt die Bau- und Wohnungswirtschaft. Die Lage sei bereits jetzt ausgesprochen kritsch. „Dass der Bund genau in dieser Zeit das Geld, das der Wohnungsbau als...
18.6.2026
Baugenehmigungen steigen weiter
Im April 2026 ist die Anzahl der Baugenehmigungen weiter gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurde in Deutschland der Bau von 20 200 Wohnungen genehmigt. Das waren 9,2 Prozent oder 1...