Mehrfamilienhaus in Holzbauweise

Leuchtturm-Projekt für Holzbau im Schwarzwald

04.02.2019

In Pforzheim entsteht im Auftrag der Baugenossenschaft Arlinger ein ganz besonderes Hochhaus mit Namen Carl. 14 Stockwerke soll das Gebäude hoch sein und hauptsächlich aus Holz bestehen.

Wohnhaus 14-stöckig aus Holz
Neben dem Hochhaus entstehen außerdem zwei flache Gebäude (Bild: DBU)

Das Baumaterial stammt aus der Region, ist klimaschonend und nachwachsend. Der Bau sieht drei Teile vor: ein Hochhaus sowie zwei flache Gebäude. Es entstehen 73 Wohnungen, eine Kindertagesstätte sowie eine Bäckerei. Baustart ist im Frühjahr 2020. Der Name des Holzhochhauses, Carl, leitet sich von der Adresse Carl-Hölzle-Straße ab, die den Mitbegründer der Baugenossenschaft Carl Hölzle ehrt.

Fassade, Kern, Inneres: So viel Holz wie möglich

Der Holzbau stellt eine ökologische Alternative zum konventionellen Bauen mit Stein, Stahl und Beton dar. Künftig soll er wirtschaftlich konkurrenzfähig werden. Eine Regelung besagt bisher, dass Hochhäuser aus Holz nur mit vielen Ausnahmeregelungen genehmigt werden. Aufgrund der höheren Kosten ist das für die Bauherren nicht mehr attraktiv. Mit dem Leuchtturm-Projekt Carl will man nun eine neue Richtung einschlagen.

Die technischen Lösungen sollen in Sachen Brandschutz und Statik bundesweit einsetzbar sein. Beim Bau kommen auch Stahl und Beton zum Einsatz. Beispielsweise verhindert eine sogenannte Krempe, die Ausbildung eines Vorsprungs als Verlängerung der Geschossdecke, im Falle eines Brandes das Überspringen eines Feuers an der Holzfassade von einem Stock zum anderen.

Umweltfreundlich, zukunftsweisend

Es handelt sich um eine Holz-Hybrid-Bauweise. Aus Brandschutzgründen wird beim Kern des Treppenhauses Beton verwendet. Allerdings deutlich weniger als in konventionellen Bauwerken. Auf diese Weise lässt sich einer der mittlerweile knappsten Rohstoffe der Welt – Sand – einsparen. Vorgefertigte Module ermöglichen einen schnelleren Bau. Pforzheim befindet sich am Rande des Schwarzwaldes. Da liegt es auf der Hand, Holz als Baumaterial zu verwenden. Regionales Holz ist ausreichend vorhanden.

Beim Hausbau wurde es jedoch bisher selten eingesetzt. Holz hat wenig Eigengewicht, ist stabil und besitzt eine hohe Tragkraft. Mit dem Holzneubau lassen sich pro Lebenszyklus, also 50 Jahre, rund 2.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid Emissionen einsparen, dies haben Berechnungen ergeben. Holz wächst zudem nach und kann wieder recycelt werden.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das von Peter W. Schmidt Architekten geplante Vorhaben mit 330.700 Euro.

Weiterführende Informationen: https://www.arlinger.de/
 

Suchbegriffe: HochhausHochhausbauweiseHolz-HybridbauweiseHolzbauHolzbauweise

Weitere Artikel

                                                                                                                                                               

In der aktuellen IVV lesen Sie:

Digitale Start-Hilfe
Modernisierung von Schlichtbauten: Ihr seid nicht wiederzuerkennen!