Fast jede zweite Baugenehmigung für ressourcenschonende Umnutzung
Die vor 13 Jahren gegründete Greyfield-Gruppe entwickelt ausschließlich Bestandsimmobilien weiter und bewahrt sie so vor dem Abriss. Das Unternehmen aus Essen pflegt den sogenannten Greyfiel-Index, eine Kennzahl, die Bau- und Umbaumaßnahmen im Bestand ins Verhältnis zum Neubau setzt. Der Index berücksichtigt sowohl Baugenehmigungen als auch Fertigstellungen und macht dadurch die Transformation der Bau- und Immobilienbranche sichtbar.
Nach der aktuellen Auswertung verliert der Neubau an Tempo, das Bauen im Bestand gewinne dagegen an Bedeutung. Die Hochrechnung für das Jahr 2025 verzeichnet bundesweit rund 182.000 Bauaktivitäten im Neubau – ein deutlicher Rückgang um rund 22 Prozent gegenüber 2024 (234.000). Dem gegenüber stehen 136.000 Bauaktivitäten im Bestand, deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr (145.000) nur leicht zurückging (minus 6 Prozent). Pro Tag würden in Deutschland rund 450 Baugenehmigungen erteilt, also eine alle drei Minuten – und davon inzwischen fast jede zweite im Bestand.
„Der Bestand erweist sich als deutlich krisenresistenter als der Neubau. Während die Genehmigungszahlen für Neubauprojekte stark eingebrochen sind, bleiben die Zahlen im Bestand weitestgehend stabil. Das macht das Bauen im Bestand zum Stabilitätsanker der Branche“, so Timm Sassen, Gründer und Geschäftsführer der Greyfield Group.
Umnutzung in NRW-Großstädten am häufigsten
Besonders deutlich zeige sich die Dynamik in Nordrhein-Westfalen: Hier halten sich Neubau- und Bestandsmaßnahmen inzwischen die Waage. In vielen Städten – darunter die großen Metropolen wie Bochum, Essen oder Düsseldorf – sei der Bestand sogar dominierend: Es werde deutlich mehr in die Transformation bestehender Gebäude investiert als in Neubauprojekte.
Deutschlandweit liege der Schwerpunkt zwar noch auf Neubauten, doch der Trend sei eindeutig: Geht die Entwicklung so weiter, werde der Bestand den Neubau spätestens 2028 bundesweit überholen.
Warum der Bestand an Bedeutung gewinnt
Der Greyfield-Index macht sichtbar, dass sich die Bau- und Immobilienbranche in einem strukturellen Wandel befindet. Ursachen dafür seien unter anderem:
- Ressourcenschonung und Klimaschutz: Im Bestand zu bauen spart Emissionen, Ressourcen und Fläche.
- Städtebauliche Verdichtung: In vielen Kommunen gibt es kaum noch freie Flächen für Neubauten.
- Gesellschaftliche Bedürfnisse: Flexible und moderne Nutzungsformen lassen sich immer öfter durch Umbau realisieren.
- Marktbedingungen: Hohe Baukosten und gestiegene Zinsen bremsen den Neubau, während Investitionen in Bestandsgebäude stabil bleiben.
Die aktuelle Auswertung zeige: Während der Neubau bundesweit noch knapp dominiert, erweisen sich Bestandsmaßnahmen als deutlich stabiler – und setzen sich in vielen Regionen bereits an die Spitze.
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