Stimmung am Immobilienmarkt bricht ein
Ob Wohnimmmobilien oder gewerblich genutzte Immobilien, die negative Entwicklung insbesondere bei den Erwartungen zieht sich durch sämtliche Sparten. Als wesentliche Ursachen dafür gelten anhaltende geopolitische und wirtschaftliche Risiken sowie Unsicherheiten bei der Zinsentwicklung. ZIA-Präsidentin Iris Schöberl warnt: „Dieser Stimmungseinbruch ist kein Betriebsunfall des Marktes, sondern ein lautes Alarmsignal an die Politik”
Bestandssanierung attraktiver als der Neubau
Iim Wohnsegment beschleunigt sich der Abwärtstrend. Hier fallen die Erwartungen auf -22,9 Punkte. Neben steigenden Kosten belastet insbesondere die Diskussion um eine mögliche Verschärfung der Mietenregulierung die Stimmung. Gleichzeitig gewinnen Bestandssanierungen, Seniorenwohnen und Umnutzungen gegenüber Neubauprojekten an Attraktivität.
ZIA-Präsidentin Schöberl sagt dazu: „Immer neue Debatten über Mietendeckel, mehr Regulierung und neue Eingriffe verschärfen die Verunsicherung im Markt. Unternehmerisches Handeln und Investitionen brauchen hingegen Vertrauen und verlässliche Rahmenbedingungen.”
Unklarer Bedarf bei Büroflächen
Im Bürosegment bleibt die aktuelle Lage mit 15,5 Punkten zwar noch vergleichsweise stabil, gestützt durch bestehende Mietverhältnisse. Allerdings sind die Erwartungen deutlich eingebrochen (-6,9 Punkte). Die Nachfrage konzentriert sich zunehmend auf hochwertige Flächen („Flight to Quality“), während Unsicherheiten über den künftigen Flächenbedarf die Perspektiven weiterhin belasten.
Beim Einzelhandel sinken die Erwartungen
Der Einzelhandel zeigt ein ambivalentes Bild: Während die aktuelle Geschäftslage gegenüber den anderen Nutzungsarten noch weiter vorn liegt, sinken die Erwartungen auf -17,2 Punkte ab. Besonders gefragt bleiben Nahversorgungsformate und Fachmarktzentren, wohingegen klassische Shopping-Center und Mixed-Use-Ansätze stärker unter Druck stehen.
Projektentwicklung leidet unter schwacher Nachfrage und hohen Kosten
Äußerst angespannten ist die Lage bei der Projektentwicklung. Mit alarmierenden -25,0 Punkten bei der Geschäftslage und einem weiterhin negativen Immobilienklima zeigt sich die Branche stark unter Druck. Hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie schwache Nachfrage hemmen die Entwicklung. So gehen knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen von einem ungünstigeren Finanzierungsumfeld in den nächsten 12 Monaten aus. Leicht positive Erwartungen (7,5 Punkte) sind der noch verbliebenen Hoffnung auf bessere Rahmenbedingungen zuzuschreiben.










