Hausbesitzer wolllen mehr Spielraum bei CO₂-Reduktion
65,1 Prozent der Befragten Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer sprechen sich dafür aus, Modernisierungsentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen, statt einem festen gesetzlichen Ordnungsrahmen folgen zu müssen. Gleichzeitig wird deutlich: Der Klimaschutz wird nicht infrage gestellt – sondern die verengte Steuerungslogik des Gebäudeenergiegesetzes.
Mehrheit für CO₂-Reduktionsziele statt Technikvorgaben
57,9 Prozent der Hausbesitzerinnen und -besitzer befürworten ein Gesetz, bei dem Modernisierungsmaßnahmen auf Gebäudeebene in der Gesamtbilanz berücksichtigt und entsprechend angerechnet werden – etwa Dämmung, Fenster oder Heizungsmodernisierung.
Damit spricht sich die Mehrheit für einen technologieoffenen Ansatz aus, der Emissionen des gesamten Hauses bewertet, statt einzelne Heizungstechnologien vorzuschreiben. Für Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft, ist klar: „Die Menschen wollen Klimaschutz, aber sie brauchen wirksame Lösungen statt starrer Vorgaben. Ein Heizungsgesetz darf kein Technikgesetz sein. Entscheidend ist, dass die Gebäude-Emissionen sinken und nicht, welche Anlage im Keller steht.“
Breite Zustimmung zu klimaneutralen Gasen
Für den Einsatz klimaneutraler Gase gibt es ebenfalls eine klare Mehrheit: 65,9 Prozent der Befragten befürworten eine verpflichtende Versorgung mit erneuerbaren Gasen durch den Versorger, damit bestehende Heizungen klimaneutral betrieben werden können. Eine schrittweise ansteigende Quote für klimaneutrale Gase gestaltet den Transformationspfad der Gasnetze transparent. Zudem würde damit eine klare Verantwortung für die Dekarbonisierung des Gasnetzes beim Versorger verankert – ähnlich den Vorgaben für Strom und Fernwärme.
Bezahlbarkeit wichtiger als Geschwindigkeit
Besonders eindeutig ist das Ergebnis bei den Prioritäten der Energiewende: 68,2 Prozent der Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer halten Finanzierbarkeit für wichtiger als ein möglichst hohes Umsetzungstempo. Dr. Timm Kehler meint im Hinblick auf die Umfrageergebnisse: „Ein Heizungsumbau ist für die meisten eine große Investition. Geschwindigkeit und hohe Anforderungen schaffen keine Akzeptanz. Die Wärmewende wird nur erfolgreich sein, wenn diejenigen, die sie umsetzen müssen, sie sich auch leisten können.“










