Die Auswirkungen der Reform beschränken sich allerdings nicht auf abstrakte Rechtsfragen. Für Menschen, die eine Immobilie finanzieren oder ihren Kauf planen, bleibt stabile Kalkulierbarkeit entscheidend. So führt jede Veränderung der Grundsteuer zu Anpassungen in der laufenden Kostenstruktur „Einen Baukredit schließen Eigentümerinnen und Eigentümer über Jahrzehnte ab“, erklärt Timm Großkurth, geschäftsführender Gesellschafter der HW BAUFI Finanzgruppe GmbH. „Wenn sich gesetzliche Rahmenbedingungen verändern, hat dies direkten Einfluss auf die monatliche Belastung.“ Banken bewerteten stets die Gesamtbelastung des Objekts – inklusive der Grundsteuer. Steige diese, könne dies die Tragfähigkeit einer Finanzierung spürbar verändern. In angespannten Märkten könne eine solche Zusatzbelastung sogar darüber entscheiden, ob eine Bank einer Finanzierung zustimmt.
Höhere Kosten belasten Immobilienmarkt
Die Diskussion hat auch Folgen für den Immobilienmarkt insgesamt. Höhere laufende Kosten könnten laut Großkurth die Bereitschaft zu Investitionen und Modernisierungen reduzieren. Auch potenzielle Käufer zeigten sich zurückhaltender, wenn steuerliche Rahmenbedingungen unsicher seien. „Ein System, das häufig nachjustiert wird, erschwert langfristige Entscheidungen“, warnt der Experte. „Das wirkt sich auf Kaufinteresse, Sanierungsbereitschaft und letztlich auf die Marktaktivität aus.“ Besonders kritisch werde die Lage, wenn zusätzliche Steuerlasten auf ohnehin hohe Baukosten und Zinsen träfen.











