Energie-Masterplan „Überlingen 2020/2050“

Vorbildliche Quartiersentwicklung Schättlisberg in Überlingen am Bodensee

Über klima- oder CO2-neutrales Bauen wird viel gesprochen. Aber wie geht das? Im Einfamilienhausbau wird oft die Kraft der Sonne genutzt, effizient gedämmt und gezielt gelüftet. Im klassischen, mehrgeschossigen Mietwohnungsbau sieht die Situation dagegen grundlegend anders aus. Als ertragsorientierte Unternehmen unterliegen Wohnungsbaugesellschaften finanziellen Zwängen. Das Bauvorhaben „Q5 Wohnquartiers Hildegardring/Schättlisberg“ der Baugenossenschaft Überlingen eG gilt als besonders vorbildlich geplant.

Blick auf die neue Wohnsiedlung Schättlisberg mit vielen autofreien Flächen für die Bewohner. Die Autos stehen in den Tiefgaragen. Foto: puren
Blick auf die neue Wohnsiedlung Schättlisberg mit vielen autofreien Flächen für die Bewohner. Die Autos stehen in den Tiefgaragen. Foto: puren

Klug planen und preiswert bauen eine besonder Herausforderung im Segment des bezahlbaren Wohnbaus

in Überlingen am Bodensee entsteht in den nächsten Jahren ein ganz neues Stadtquartier. Es soll ein klimaneutrales Wohnumfeld entstehen. Für das neue Q5 Wohnquartier der Baugenossenschaft Überlingen eG (BGÜ) bedeutet das die Schaffung besonders energieeffizienter und bezahlbarer Wohnungen. Das 180 neue Wohnungen umfassende Quartier am Schättlisberg liegt direkt neben einem Bestandsquartier der Baugenossenschaft Überlingen am Hildegardring aus dem Anfang der 70er Jahre.

Nebenan liegt das Bestandsquartier mt 240 Wohnungen

Die Betsandsbauten der BGÜ sollen demnächst energetisch modernisiert werden und zudem über eine Aufstockung der Gebäude eine weitere Wohnetage bekommen. Mit der Sanierung des Altbestandes, bei der u.a. die Fassaden, Fenster, Heizungsanlagen und die Dächer erneuert und gedämmt werden, wird ein KfW 55 Standard angestrebt.

Die Wohnungen des Bestandsquartiers am Hildegardring werden zukünftig umweltfreundlich von einer naheliegenden Holzhackschnitzel-Heizzentrale beheizt. Das Heizwasser nutzen die Bestandsbauten über klassische Heizkörper. Diese Heizkörper liefern recht hohe Rücklauftemperaturen. Die BGÜ hat deshalb beschlossen, das Rücklaufwasser aus der alten Wohnsiedlung Hildegardring als Vorlaufwasser für die neu errichtete Wohnsiedlung Schättlisberg zu nutzen. So wird eine viel größere Temperaturdifferenz Delta T und damit ein besserer Wirkungsgrad für die Heizzentrale erreicht. Dieser Effekt stellt für das gesamte Quartier einen wesentlichen Gewinn an Energieeffizienz dar.

Das Überlinger Neubauprojekt sucht unkomplizierte Lösungen

Die Gebäude sollen mit einer „Low-Tech-Lösung“ energieeffizient, ressourcenschonend, wirtschaftlich, robust und langlebig ausgeführt werden. Es soll wenig und vor allem bedienbare Technik verbaut werden, damit die Betriebskosten dauerhaft auf sehr niedrigem Niveau gehalten werden können. Dazu wird großer Wert auf einen hochwertigen Wärmeschutz gelegt (KfW 40 Plus). Es geht um den Einsatz von ressourcenschonenden und recyclingfähigen Polyurethan-Dämmstoffen von puren. Das Partnerprojekt in Stuttgart legt dagegen einen stärkeren Fokus auf eine hocheffiziente Energieversorgung.

Auf der Dämmstoff-Seite beginnt in Überlingen der Einsatz bei den Tiefgaragen mit einer rund 140 mm puren TG-Tiefgaragendämmung (U-Wert etwa 0,18 (W/m²K)). Die massiven Betonwände der Außenfassade sind mit einem WDVS mit 180 mm purenotherm gedämmt (U-Wert etwa 0,13 (W/m²K)). Die Flachdächer erhielten eine zweilagige Dämmung aus im Mittel 170 mm puren Gefälledämmung plus 80 mm puren Secure Flachdach-Dämmplatten (U-Wert etwa 0,10 (W/m²K)).

Die Attikabereiche wurden mit speziellen purenit Attikabohlen so gedämmt, dass das WDVS der Wand und die Dämmung der Flachdächer ohne Wärmebrücken miteinander verbunden werden konnten. Alle Aufbauten der Gebäudehülle sind zudem schwerentflammbar und damit besonders sicher konstruiert.

Gemeinsames Forschungsprojekt vergleicht Kosten, Energiebedarf und Ökobilanz der zwei unterschiedlichen Ansätze

Das vorbildlich geplante Bauvorhaben wurde kürzlich als Teil des „Q5 Wohnquartiers  Hildegardring/ Schättlisberg“ und gemeinsam mit einem Bauvorhaben der Stadt Stuttgart als eines von insgesamt sechs Leuchtturmprojekten im Rahmen eines Forschungsauftrags der Bundesregierung ausgewählt.

Dabei erhalten das Stuttgarter und Überlinger Projekt unter der gemeinsamen Bezeichnung „Stadtquartier 2050“ aus der Förderinitiative „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“ der Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie Wirtschaft und Energie (BMWi) insgesamt 13,5 Mio. Euro für umfassende und zukunftsweisende Forschungen rund um klimaneutrales, sozialverträgliches und bezahlbares Bauen und Wohnen (Projektlaufzeit: 01.03.2018 – 28.02.2023. Förderkennzeichen: 03SBE116).

Quelle: Puren GmbH, www.puren.com/bau/

Bautafel:
Bauherr:
Baugenossenschaft Überlingen, Überlingen, www.baugenossenschaftueberlingen.de
Architekt: m67 Schlüter Metzger Architekten, Überlingen, m67-architekten.de
Bauunternehmen (Ausführung Tiefgarage von oben): Bauunternehmen Straßer, Salem, www.fsbau.de
Flachdach: Holl Flachdachbau, Überlingen, www.hollflachdachbau.de
WDVS-Fassade und Tiefgaragendämmung: Haussmann, Weingarten, www.haussmann-handwerk.de  Dämmstoff: puren TG, purenotherm S, puren Gefälledämmung, puren Secure, purenit Attikaelement Class C, puren gmbh, Überlingen. www.puren.com/bau/

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