Sanierung in der WEG

WEG nutzt kostenlosen Kredit für energetische Sanierung

19.02.2018

Alle Eigentümer eines Hauses für eine Sanierung zu begeistern und alle unter einen Hut zu bringen, ist oft schwierig. Die Dieter Kuhn Immobilienservice GmbH hat das Kunststück vollbracht. Erleichtert wurde die energetische Sanierung von zehn Gebäuden durch eine attraktive Finanzierung der L-Bank Baden-Württemberg.

Immobilien Kuhn: Bauprojekt in Holzgerlingen, (v. l. n. r.) Ute Hienerwadel, Rose Thaysen (Bei­rätin), Abdulkerim Bayindir (Haus­meister) und Patrick Hennings.
Immobilien Kuhn: Bauprojekt in Holzgerlingen, (v. l. n. r.) Ute Hienerwadel, Rose Thaysen (Bei­rätin), Abdulkerim Bayindir (Haus­meister) und Patrick Hennings. FOTO: L-Bank/Martin Wagenhan

Die Farben sind freundlich und inspirie­rend, die Wohnhäuser sehen modern und die Grünanlagen gepflegt aus. Gerne würde man einmal einen Blick aus einer der oberen von insgesamt mehr als 150 Wohnungen „Am Pfarrtor 1–19“ wer­fen – man könnte den Ausblick auf den Ort Renningen, nicht weit von Stuttgart ent­fernt, und die umgebende Natur genießen. Auch die Frau, die viel für die Entstehung dieser Wohn-Oase getan hat, kann es manchmal nicht glauben.

Eigentümer von Anfang an miteinbeziehen

Im Jahr 2010 übernahm die „Dieter Kuhn Immobilienservice GmbH“ aus Holzgerlingen bei Böblingen als Hausverwaltung das Ob­jekt. Schon die erste Bestandsaufnahme der 1971 errichteten und seitdem nur einmal neu gestrichene Wohnanlage ergab dringenden Sanierungsbedarf. Ute Hienerwadel, die das Modernisierungsprojekt leitete, stellte bald fest: Die Bewohner fühlten sich in den Häu­sern nicht wohl und die Eigentümer mussten einen stetigen Wertverlust hinnehmen. Es war also an der Zeit zu handeln: „Unser Ansatz war, die Eigentümer von Anfang an in den Prozess mit einzubeziehen.“ Auch für Rose Thaysen, Beirätin der Wohnungseigen­tümergemeinschaft, war damals klar, dass etwas geschehen musste: „Es herrschte bei den Wohnungseigentümern eine Aufbruch­stimmung und wir waren froh, dass uns von der Hausverwaltung so schnell Modernisie­rungskonzepte vorgelegt wurden.“

Heizkosten sinken um bis zu 50 Prozent

Mit großer Mehrheit entschieden sich so­wohl Eigentümer, als auch Hausverwaltung für die Erneuerung der Fassaden mit einer mineralischen Wärmedämmung. In sechs der zehn Häuser wurden darüber hinaus Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung installiert. Für die Renninger Eigentümergemeinschaft jedenfalls hat sich die Sanie­rung gelohnt. Patrick Hennigs, der für Dieter Kuhn Immobilienservice die Wohnanlage verwaltet, freut sich, dass durch die um­sichtige Planung nicht nur die Umwelt profi­tiert, sondern auch die Geldbeutel der Be­wohner geschont werden: „Wir haben heute in den Wohnungen eine Heizkostenerspar­nis von bis zu 50 Prozent“, so Hennigs. Auch das Farbkonzept – „generell ein heik­les Thema bei Sanierungen“, so die Erfah­rung von Ute Hienerwadel – kam gut an. Weiße und hellgraue Fassaden harmonie­ren perfekt mit den dunkelgrauen und roten Balkonbrüstungen und verdeutlichen da­durch die Zusammengehörigkeit des En­sembles. Von den Eigentümern wurde die­ses Farbkonzept einstimmig angenommen.

Drei Prozent Zuschuss und null Prozent Zinsen

Dass die Pläne positiv aufgenommen wur­den, war auch der attraktiven Finanzierung zu verdanken. „Neben den Rücklagen konn­ten wir zusätzlich die Förderprogramme der L-Bank nutzen“, berichtet Ute Hienerwadel. Ein Experte des landeseigenen Förderinsti­tuts informierte im Rahmen einer Eigentümerversammlung über die Möglichkeiten, die die Bank offeriert. So bietet die Finan­zierung von Wohnungseigentümergemein­schaften im Rahmen des Landeswohn­raumförderprogramms Wohnungsbau BW heute Null-Prozent-Darlehen sowie einen dreiprozentigen Zuschuss bei energeti­schen Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus oder bei Vorliegen eines Sanierungsfahr­plans. Günstig für die Eigentümer ist dabei vor allem, dass nicht jeder einzelne einen Antrag stellen muss, sondern die Hausverwaltung das übernehmen kann. „Die Zu­sammenarbeit mit der L-Bank läuft für uns und die Eigentümer unkompliziert“, freut sich Ute Hienerwadel. „Eingereichte Unter­lagen werden innerhalb von sieben Tagen bearbeitet.“

Im April 2013 begannen die Bauarbeiten. In 15 Monaten wurden 12.500 Quadratmeter Fassade saniert und mit einer Wärmedäm­mung versehen. Auch heute noch fährt Ute Hienerwadel manchmal am Pfarrtor-Ensem­ble vorbei und freut sich über das gelun­gene Projekt. „Es hat mir wieder einmal gezeigt, dass man mit Geduld und Finger­spitzengefühl die Beteiligten zusammen­schweißen und wirklich etwas verändern kann.“

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Suchbegriffe: L-Bankenergetische Sanierung

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