Staatssekretär:„Machen Sie die Sanierung ihren Gemeinschaften schmackhaft“
In ihrer Eröffnungsrede mahnte Verbandspräsidentin Sylvia Pruß, dass inzwischen 45 Prozent aller Hausverwaltungen Personalmangel als gravierendes Problem benennen. Das sei alarmierend, weil „Arbeit liegen bleibt, was Immobilienbestände in der Substanz gefährdet“. Die Jobs in Hausverwaltungen seien wenig attraktiv für Nachwuchskräfte, weil man arbeiten müsse, wenn andere Freizeit haben, etwa zur Behebung von Haustechnikpannen oder weil Eigentümerversammlungen am Abend stattfinden. Die Branche müsse, so der Appell der Präsidentin des Verbands der Immobilienverwalter Deutschland, für Quereinsteiger attraktiver werden. Sie betonte: „Wir als Branche müssen viel tun, um junge Talente zu gewinnen, mit besseren Rahmenbedingungen, moderner Ausbildung, Aufstiegschancen und echtem Teamgeist.“ Der Verband setze deshalb verstärkt auf Qualifizierung.
WEGs sitzen Heizungsmodernisierung aus
An die Bundesregierung gerichtet versicherte Pruß, die selbst gemeinsam mit ihren zwei Söhnen eine Hausverwaltung in Berlin betreibt, Deutschlands Immobilienverwaltungen unterstützten weiterhin das Ziel des klimaneutralen Gebäudebestands bis 2045. Voraussetzung für die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung sei allerdings eine langfristig verlässliche Politik. Die Irritationen um das „Heizungsgesetz“ hätten dazu geführt, dass Wohnungseigentümergemeinschaften das Thema schlicht aussitzen. Tatsächlich ist die ohnehin sehr geringe Sanierungsquote im Bestand bei Wohnungseigentümergemeinschaften nochmals geringer.
In seiner Keynote versprach der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium, Sören Bartol, eine „praxisgerechte Novellierung“ des Gebäudeenergiegesetzes. Gleichzeitig betonte Bartol, die Bundesregierung werde an ihren Klimaschutzzielen festhalten und auf eine sozial gerechte Kostenverteilung achten. Das Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung schilderte der Staatssekretär als Erfolg. Das Gesetz verpflichtet Städte und Gemeinden zur Aufstellung von Plänen zum Ausbau von Fernwärmenetzen. Mehr als 500 Kommunen hätten ihre Pläne bereits fertig, so Bartol vor dem Verwaltertag. Er appellierte an die Teilnehmer, Wohnungseigentümergemeinschaften die Investitionen in die energetische Sanierung der Gebäude „schmackhaft“ zu machen.
Trotz aller Herausforderungen zeigte sich Sylvia Pruß optimistisch. Die Branche sei dynamisch, zukunftsorientiert und bereit für Veränderungen. Mit über 1.500 Teilnehmern und 130 Ausstellern setze der Deutsche Verwaltertag 2025 ein unübersehbares Signal. „Wir erhalten Werte, wir moderieren zwischen Interessengruppen, wir machen aus Gebäuden Gemeinschaften – und wir werden weiterhin Impulse setzen, damit unsere Branche zukunftsfähig bleibt“, erklärte sie.














