Welche Auswirkungen hat die Verdichtung europäischer Metropolen?

Es wird enger in Europas Metropolen. Die Zahl der Einwohner pro Quadratkilometer nimmt kontinuierlich zu. Diese Verdichtung hat Auswirkungen für Mieter, Politik, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und die Infrastrukturverantwortung der Kommunen. Catella Research hat sich mit der Frage beschäftigt, welche konkreten Konsequenzen diese Verdichtung auf die lokalen Immobilienmärkte in den europäischen Metropolen haben werden.

FOTO: PIXABAY/ UNSPLASH
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Im Durchschnitt sank die Fläche pro Einwohner in den 17 untersuchten europäischen Städten um insgesamt 8,2 % seit 2000. Ein Hauptgrund für diese Entwicklung ist Analysten zufolge vordergründig der Zuzug in diese Städte. „Aber: In diesen Wanderungen drückt sich letztlich die wieder erstarkende Attraktivität der Kernstädte aus. Es entstehen neue berufliche Mobilitätsmuster, neue sozial-gesellschaftliche Typisierungen und vor allem auch neue Lebensmodelle“, so Dr. Thomas Beyerle, Group Head of Research bei Catella. Diese Entwicklung führte synchron in Städten wie Berlin, Helsinki, Paris, Madrid und London in den letzten 15 Jahren zu einer deutlichen Zuzugsbewegung, die sich trotz der im Welt-Metropolenvergleich noch komfortablen Situation als eine „gefühlte Enge“ bei den Bewohnern widerspiegelt.

Weitere Ergebnisse der Analyse „Verdichtete Städte – es wird enger in Europa!“:

  • Teuerste Wohnformen sind urbanen Luxuswohnungen in Wohntürmen mit über 150 m² Wohnfläche und Mikroappartements mit durchschnittlich 24 m²
  • Die meisten Wohnungsfertigstellungen pro 1000 Einwohner in 2015 sind in Frankreich, der Schweiz und Norwegen zu erwarten.
  • Beim Blick auf die europäische Wohnflächenverteilung nach Größenklassen zeigt sich in Europa folgende Struktur: 12% bilden die Klasse < 30 m², 23 Prozent >90 m². Das größte Segment mit 65 Prozent ist die Größenklasse 31-89 m².
  • Das aus asiatischen Ländern bekannte Konzept der Minihäuser findet erste Anhänger. Diese Wohnform zeichnet sich in erster Linie durch den „Plug-and-Play-Gedanken“ aus. Modulare Konzepte ermöglichen eine eine effiziente Flächennutzung.

„Als Konsequenz für die Marktteilnehmer sollte klar sein, dass auch die politisch Verantwortlichen in den Städten bzw. Ländern zunehmend regulierend auf die „dynamischen“ Immobilienmärkte einwirken werden“, gibt Beyerle zu bedenken. Allein aus diesem Grund sollte sich die Immobilienbranche mit ihrem Know-how stärker in die Planungsprozesse einbringen und die alleinige Fokussierung auf einzelne Gebäude ablegen.

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