Wer zahlt bei Handwerker-Schäden?

Wo gehobelt wird, da fallen Späne: Trotz größter Sorgfalt passiert auch Handwerkern mal ein Missgeschick: Der Maler fegt beim Abbau der Leiter die Lampe von der Decke, der Azubi verursacht Brandflecken auf dem Parkett oder ein Dachdecker befestigt die Regenschutz-Folie auf dem Dach nicht richtig. Handelt es sich in solchen Fällen um einen Schaden oder um einen Mangel? Welche Ansprüche haben die Auftraggeber? Und wer muss für den Schaden gerade stehen?

FOTO: PIXABAY
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Bei der Auftragsvergabe schließen Handwerker und Auftraggeber einen sogenannten Werkvertrag ab. "Der Vertrag verpflichtet den Handwerker, die vereinbarte Leistung zu erbringen, beispielsweise die alten Fenster auszutauschen. Dazu kommen aber nach Paragraph 280 Absatz 1 Bürgerliches Gesetzbuch auch noch sogenannte Nebenpflichten", erklärt Michaela Zientek, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice).

Diese Pflichten beinhalten unter anderem, dass der Handwerker das Eigentum des Auftraggebers pfleglich behandeln muss. Das kann zum Beispiel heißen, dass er den hellen Teppichboden im Schlafzimmer sorgfältig abdecken muss, wenn er dort die Fenster austauscht. Wer diese Pflichten durch eigene Schuld verletzt, macht sich schadenersatzpflichtig.

Wenn etwa der Teppich nicht vollständig abgedeckt ist und bei dem Fensteraustausch Flecken entstehen, dann kann der Kunde von dem beauftragten Handwerksbetrieb Schadenersatz beanspruchen (§ 241 Abs. 2 BGB). "Der Anspruch auf Schadenersatz verjährt nach drei Jahren. Der Auftraggeber sollte sich allerdings nicht zu viel Zeit lassen, um ihn geltend zu machen, denn je länger er wartet, desto schwieriger wird es womöglich, vor Gericht etwas zu beweisen", ergänzt die D.A.S. Juristin.

Daher sollte der Kunde auch darauf achten, Beweise zu sichern und zum Beispiel Fotos vom Schaden zu machen. Gerade bei größeren Schäden im Rahmen von Bauarbeiten kann es notwendig sein, einen Sachverständigen mit der Feststellung des Schadens zu beauftragen. Den Schadenersatz sollte der Kunde baldmöglichst schriftlich beim Auftragnehmer einfordern.

Unterschied zwischen Schaden und Mangel
Dabei ist der Unterschied zwischen einem Schaden und einem Mangel wichtig. "Ein Mangel ist ein Fehler in der vom Handwerker verrichteten Leistung, beispielsweise Tropfen an frisch lackierten Türrahmen", erklärt die Juristin der D.A.S. Kommt es bei den Malerarbeiten aber zu Flecken an Möbeln oder Boden, weil diese nicht vollständig abgedeckt waren, dann hat der Handwerker einen Schaden verursacht. Liegt ein Mangel vor, muss der Kunde dem Auftragnehmer zunächst ein Recht auf Nachbesserung einräumen. Dieses Nachbesserungsrecht besteht bei einem Schaden nicht. Hier kann der Auftraggeber sofort den Betrag für die Beseitigung des Schadens einfordern.

Schäden durch Angestellte oder Subunternehmer
Nicht immer kann der Handwerksmeister einen Auftrag alleine durchführen. Oft braucht er Unterstützung von Mitarbeitern oder Subunternehmern. Was passiert, wenn diese einen Schaden verursachen?

An wen muss sich der Auftraggeber dann wenden?
Dazu Michaela Zientek: "Ein Unternehmer haftet nach Paragraph 278 Bürgerliches Gesetzbuch gegenüber dem Kunden auch für Schäden, die von seinen Mitarbeitern oder anderen von ihm beauftragten Personen bei der Ausführung des Auftrages verursacht werden." Für den betroffenen Kunden heißt das:

Er richtet seine Ersatzansprüche an den Handwerksbetrieb, dem er den Auftrag zur Durchführung der Arbeiten erteilt hat - unabhängig davon, ob der Lehrling einen Schaden verursacht oder der beauftragte Subunternehmer.

Quelle: D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH

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