Zahl der Wohnungsverkäufe ging 2017 zurück

Wird Wohnungseigentum allmählich zu teuer?

Die Preise für Wohnungen sind 2017 etwas langsamer gestiegen als in den Vorjahren und die Zahl der Verkäufe ist deutlich gesunken. Erleben wir eine Trendwende auf den deutschen Wohnimmobilienmärkten?

Der Traum vom Eigentum wird immer teurer. Foto: Adobestock/Michael Junge
Der Traum vom Eigentum wird immer teurer. Foto: Adobestock/Michael Junge

Diese Frage stellt die Ratingagentur Scope, nach der Analyse der zehn größten deutschen Städte. Trotz leichter Rückgänge der Wachstumsraten hätten sich im ersten Halbjahr 2018 Eigentumswohnungen in den größten deutschen Städten im Durchschnitt um mehr als 8 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2017 verteuert. Damit lägen die Preiszuwächse nach wie vor signifikant über Inflation und Langfristtrend.

Allerdings nähmen nicht nur die Preise, sondern auch die Bauaktivitäten zu. Wurden in den zehn größten deutschen Städten 2010 nur 20.000 Wohneinheiten fertiggestellt, waren es 2017 bereits 50.000. Die Bauintensität habe 2017 in sieben der zehn größten Städte über dem 25-Jahres-Durchschnitt gelegen. Vor allem Frankfurt, München, Düsseldorf und Berlin zeigten hier eine besondere Dynamik.

Dass auch in den kommenden Jahren viele Wohnungen auf den Markt kommen, zeige ein Blick auf den sogenannten Bauüberhang: Von 2010 bis 2017 wurden in den betrachteten Städten rund 150.000 Wohnungen genehmigt aber noch nicht fertiggestellt. Besonders groß ist die Diskrepanz zwischen Baugenehmigungen und -fertigstellungen in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt.

11. ACCENTRO Wohneigentumsreport

Bereits zum elften Mal veröffentlicht die ACCENTRO Real Estate AG den Wohneigentumsreport. Danach wurden im Jahr 2017 insgesamt in den 81 erfassten Großstädten 125.821 Bestands- und Neubau-Eigentumswohnungen verkauft. Damit sei die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr um 7.490 Verkäufe oder 5,62 Prozent gesunken. Besonders rückläufig seien die Verkaufszahlen in den Metropolen: In Stuttgart (-14,98%), Köln (-13,64%), Hamburg (-12,54%), Frankfurt am Main (-12,54%) und München (-10,01%) gingen die Verkäufe jeweils um zweistellige Prozentwerte zurück.

Der Gesamtumsatz bei verkauften Eigentumswohnungen ging dahingegen nur leicht zurück. Mit einem Rückgang von 1,32 Prozent auf 30,13 Milliarden Euro wurde der Vorjahresrekord von 30,87 Milliarden Euro leicht unterschritten. Mit 2,52 Prozent ist der Umsatzrückgang der Top-7 Städte größer als im Durchschnitt aller Großstädte, nur Düsseldorf und Berlin stemmen sich gegen den Trend.

Wohnpreisentwicklung bleibt positiv

Während die Umsätze sowie die absoluten Verkäufe rückläufig sind, sind die Wohnungspreise in den deutschen Großstädten auch 2017 gestiegen. Um 4,56 Prozent ist der durchschnittliche Verkaufspreis 2017 gestiegen, während im Vorjahr noch ein Plus in Höhe von 7,73 Prozent zu Buche stand. Im Durchschnitt kostete im Jahr 2017 eine Wohnung in den erfassten deutschen Großstädten 239.493 Euro.

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