Wo kaufen günstiger ist als mieten
Die Kaufpreise für Wohnimmobilien in Deutschland sind 2025 erstmals wieder leicht (+0,6 Prozent) gestiegen. Gleichzeitig ist das durchschnittliche Haushaltseinkommen über alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte seit 2024 nominal um 9,4 Prozent gewachsen, und die Einkommensbelastung durch den Wohnungskauf im Durchschnitt gesunken. Wer kaufte, musste 2025 für eine 70 Quadratmeter große Bestandswohnung 17,2 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens für die laufende Kreditfinanzierung aufwenden, im Vorjahr waren es noch 18,4 Prozent.
Finanzielle Belastung ist rückläufig
Die Einkommensbelastung für Mieterinnen und Mieter ist ebenfalls zurückgegangen - allerdings deutlich weniger als beim Kauf. Sie zahlten im Schnitt über alle Regionen hinweg 13,5 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Nettokaltmiete einer 70-Quadratmeter-Bestandswohnung, im Vorjahr waren es 14,1 Prozent. Somit belastet der Kauf einer Wohnung in einigen Regionen das Einkommen weniger als die Miete. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie "Postbank Wohnatlas 2026". Die Untersuchung führte das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) im Auftrag der Postbank durch.
Deutliche Unterschiede in den Regionen
Derzeit leben 30 Prozent der deutschen Haushalte in einer sehr günstigen Kaufregion. In 160 Landkreisen und kreisfreien Städten reichen weniger als 15 Prozent des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens aus, um den Kredit für den Kauf einer 70-Quadratmeter-Wohnung aus dem Bestand zu bedienen.
20 Prozent der deutschen Haushalte leben dagegen in einer von 38 Regionen, in denen die Kaufpreise im Vergleich sehr hoch sind. Dort müssen mindestens 25 Prozent des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens für die laufende Kreditfinanzierung eingesetzt werden. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage hier jedoch entschärft: 2024 waren es noch 25 Prozent der Haushalte in 56 Regionen.
Teure Nordseeinseln
Vor allem in den sieben größten deutschen Metropolen und in den Urlaubsregionen geht der Kauf einer 70 Quadratmeter großen Wohnung aus dem Bestand besonders ins Geld. Bundesweit am teuersten ist es mit 45,7 Prozent im Landkreis Nordfriesland, zu dem die Nordseeinseln Föhr, Amrum und Sylt gehören. Unter den Top Ten befinden sich außerdem die Ferienregionen in den Landkreisen Aurich (37,8 Prozent), Miesbach (34,4 Prozent) und Garmisch-Partenkirchen (34,4 Prozent). Hinzu kommen die Metropolen München (41 Prozent), Berlin (39,5 Prozent), Hamburg (37,8 Prozent) und Frankfurt am Main (36,2 Prozent). Wer sich in Potsdam (36,9 Prozent) niederlassen will, muss ebenfalls einen überdurchschnittlich großen Anteil des Einkommens für die Finanzierung aufwenden.
Mieten in Großstädten belasten die Einkommen
Wenn es um die Einkommensbelastung durch Miete geht, leben 23 Prozent der deutschen Haushalte in einer von 124 günstigen Regionen. Dort werden weniger als 12 Prozent des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens für die Nettokaltmiete einer 70-Quadratmeter-Wohnung benötigt. Demgegenüber leben 27 Prozent der Haushalte in einer der 60 für Mieterinnen und Mieter hochpreisigen Regionen, in denen im Durchschnitt 16 Prozent oder mehr des Einkommens aufgewendet werden müssen.
Besonders hoch ist die Mietbelastung in Großstädten. Angeführt wird die Rangliste von Berlin und München, mit jeweils im Schnitt 24,5 Prozent des Haushaltseinkommens. Allerdings liegen die hochpreisigen Großstädte 2025 unter der 25-Prozent-Marke - wenn auch nur knapp.










