Mieterstrom

ZIA: Quartierskonzepte sind für die Energiewende unabdingbar

Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss begrüßt, dass sich Bundestagsfraktionen für den Quartiersgedanken öffnen. Der Interessenverband sieht jedoch Verbesserungspotenzial.

Auch wenn es etwas schön ist, gibt es meist doch noch Verbesserungspotenzial. FOTO: PIXELIO/GERHARDT
Auch wenn es etwas schön ist, gibt es meist doch noch Verbesserungspotenzial. FOTO: PIXELIO/GERHARDT

Der erste vorgelegte Gesetzesentwurf sah vor, die Beschränkung der Förderwürdigkeit auf Solarstrom auf Einzelgebäude zu reduzieren. Der erzeugte Strom hätte demnach an einen Stromkunden in demselben Wohngebäude geliefert werden müssen, auf, an oder in dem dieser Strom (durch eine Solaranlage) erzeugt wurde. Insbesondere bei diesem Punkt sieht der ZIA Verbesserungspotenzial. „Nicht jedes Wohngebäude ist gleichermaßen für eine Photovoltaikanlage geeignet“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss. „Denkmalschutz, Verschattung, Ausrichtung und die bauliche Situation insgesamt sind oftmals entscheidende Faktoren, warum ein Standort nicht für die Erzeugung von Solarstrom in Frage kommt und die Quartierslösung die bessere Alternative wäre.“

Weiterhin Verbesserungsbedarf: Gewerbesteuerinfektion

Dennoch bleiben auch im verbesserten Entwurf erhebliche Stolpersteine für die Immobilienwirtschaft. So unterliegen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung aktuell regelmäßig nicht der Gewerbesteuer. Das entfällt aber, wenn die entsprechenden Einnahmen durch gewerbliche Einkünfte etwa durch die Erzeugung und Einspeisung von erneuerbaren Energien am Gebäude „infiziert“ werden. „Wir weisen bereits seit langer Zeit auf die sogenannte Gewerbesteuerinfektion hin und brauchen endlich eine Lösung. Sonst könnte das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom lediglich ein zahnloser Papiertiger ohne Wirkung in der Praxis werden“, sagt Mattner.

Wirtschaftsimmobilien bei Mieterstrom mit einbeziehen

Ein weiteres Manko ist der ausschließliche Fokus des Hausentwurfs auf Wohnimmobilien. „Wir haben bereits mehrfach angemerkt, dass das Potenzial zur Nutzung erneuerbarer Energien im Bereich der Wirtschaftsimmobilien enorm hoch ist“, sagt Mattner. „Die nicht begründete Beschränkung des Hausentwurfs auf eine einzelne Gebäudeklasse ist für uns nicht nachvollziehbar. Insbesondere die Gleichzeitigkeit von Stromerzeugung und -verbrauch bei Nichtwohngebäuden bietet ein großes Potenzial für die Verbesserung der Ökobilanz des Gebäudesektors. Angesichts der ambitionierten Klimaziele von Paris dürfen wir das nicht ungenutzt lassen“, erklärt Mattner.

Neues Mieterstromgesetz: Kontroverse Reaktionen

Der ZIA
Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) gehört zu den bedeutendsten Interessenverbänden der Branche. Er versteht sich als Stimme der Immobilienwirtschaft und spricht mit seinen Mitgliedern, unter diesen mehr als 20 Verbände, für 37.000 Unternehmen der Branche.

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