Zimmerdecke gestalten

23.11.2010

Zimmerdecke muss nicht nur Lasten tragen. Sie stabilisiert die Wände und unterstützt so die Standsicherheit eines Hauses. Doch obwohl die Funktion im Vordergrund steht, soll eine Decke dennoch auch „schön“ sein. Als Teil des Wohnbereichs soll sie den Raum möglichst aufwerten – nicht anders als Möbel, Bodenbeläge und die Wandgestaltung.

Auch schräge Wänden lassen sich verschönern

Deutlich wird die Verknüpfung von Nutzen und Stil beim Schallschutz, der dazu beiträgt, dass Schrittgeräusche, Musik und Lärm nicht oder nur sehr gedämpft in andere Wohnbereiche dringen. Ein Beispiel: Eine dicke Schicht Dämmmaterial verschwindet unter einer abgehängten Decke, während gleichzeitig eine Holzverkleidung der Decke individuelle optische Akzente setzt. Oder die elektrischen Zuleitungen von Deckenbeleuchtungssystemen werden unter einer farblich geschmackvoll gestalteten Gipsfaserplatte versteckt.

Viele Materialien für eine gestaltete Decke
Die Gestaltung der Decke sollte auf die Möblierung und die Raumproportionen abgestimmt sein. Ansonsten ist die Materialauswahl letztlich reine Geschmacksache. Denn Werkstoffe für die Bekleidung von Decken gibt es genug: Tapeten in allen Macharten, Holz-, Paneel- und Kassettendecken in farbigen Variationen und reizvollen Maserungen, Putze oder – sehr speziell – Spanndecken. Wer auf die gute alte Tapete im Deckenbereich nicht verzichten will, kann durch einen extravaganten Farbton einen sehr persönlichen Akzent setzen. Die Trendtöne für ein schöneres Zuhause reichen gegenwärtig von einem tiefen Violett bis zu karibischem Blau. Ein zarter Lavendelton erinnert an den Urlaub in der Provence, während ein schimmernder Perlmuttton etwas Glamour in die vier Wände bringen kann. Die Vliestapete erweitert die Tapetenpalette um eine praktische Variante. Mit einem Spezialkleister an die Decke geklebt, lassen sie sich im späteren Renovierungsfall trocken wieder abziehen. Diese Tapetenart wird ohne vorheriges Einweichen verklebt, da das Trägermaterial aus feuchtigkeitsbeständigen, maßstabilen Vliesfasern besteht. Für den Deckenanstrich eignet sich eine wischfeste Dispersionsfarbe.

Der geputzte Deckenabschluss
Den Hochglanzoberflächen der mobilen Hightechwelt setzen viele Menschen zu Hause natürliche Materialien entgegen, die zudem oft mit alten Techniken verarbeitet oder bearbeitet werden. Edelputze aus Gips oder Kalk – statt Tapeten – beispielsweise strukturieren Deckenoberflächen, machen den Raum lebendig und setzen bei der Verarbeitung keine handwerklichen Fertigkeiten voraus. Das Verputzen ist so einfach wie das Streichen mit der Malerwalze. Moderne mineralische Dekorputze kommen ohne Spezialwerkzeuge wie Traufel und Glättkelle aus. Sie sind fix und fertig gemischt und werden direkt aus dem Eimer verarbeitet. Geeignet ist dafür so gut wie jeder festsitzende Untergrund, selbst alte Tapeten. Die Wände bleiben dabei atmungsaktiv und dampfdiffusionsoffen. Das heißt, die Wand kann überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen sowie bei Bedarf wieder abgeben und so ihre Funktion als Regulativ für ein gesundes Raumklima erfüllen. Interessante Deckeneffekte schafft auch eine Veredelung mit Kalklasur. Eine besonders wertige Beschichtung kann mit Kalk-Glanzspachtel erreicht werden. Bienenwachsbalsam und Pigmente indessen verleihen einen sanften, natürlichen Tiefenglanz. Eine besondere Note kommt von Gold- oder Perlmuttglanzlasuren. Durch das Auftragen in mehreren Schichten erreicht man mit ihnen einen marmorartigen Effekt.

Ganz schön spannend
Spanndecken Nahezu unbekannt als Deckenverkleidung für private Wohnräume sind Spanndecken. Dabei ist das Folienmaterial reißfest, wasserdicht, antistatisch, staubfrei und pflegeleicht. Vorzüge, die in Gewerbe- und Industriebauten schon länger genutzt werden. Recht unkonventionell hingegen ist die Verlegung von Spanndecken in Wohnräumen. Für das Einspannen der Deckenfläche muss der Raum auf rund 40 Grad Celsius erwärmt werden. Dadurch wird das Folienmaterial elastisch und lässt sich leichter verarbeiten. Die Folienplane wird dann in zuvor angebrachte spezielle Wand- und Deckenleisten verankert. Nach dem Auskühlen des Raumes erhält die Decke ihre Endspannung. Das spezielle Verankerungssystem aus Profilleisten ermöglicht, dass die Bespannung jederzeit teilweise oder komplett aus- und wieder eingehängt werden kann. Durch das geringe Eigengewicht der Spanndecke, sie beträgt pro Quadratmeter zwischen 180 und 200 g, gibt es keine statischen Gewichtsprobleme. Die geringe Einbauhöhe von 28 mmermöglicht auch die Verkleidung in Räumen mit niedriger Raumhöhe. Freitragend kann eine Fläche von bis zu 50 qmüberbrückt werden. Eine Spanndecke ist ein Unikat, das für jeden Raum maßkonfektioniert wird. Raffinierte Leisten-Systeme können einem Raum erst den letzten Pfiff geben. Auch Sonderlösungen mit Friesausstattung zur individuellen Teilflächengestaltung der Decke sind heute durchaus „in“. Friese sind schmale Streifen, die als Rahmen, Abgrenzung oder Dekoration von Wänden und Decken dienen und als Abschluss oder Designelement genutzt werden. Damit können Räume eindrucksvoll in Szene gesetzt werden.

Tipps

  • Benutzen Sie bei der Deckenverschönerung eine Arbeitsbühne. Dann geht die „Überkopf-Arbeit“ so einfach wie an der Wand. Ohne diese Erleichterung könnte die Tätigkeit unter der Decke kompliziert und anstrengend werden.
  • Abgehängte Decken setzen eine Unterkonstruktion aus Holzlatten oder Metallprofilen voraus. Der Vorteil ist, dass Klimakanäle, Installationsleitungen sowie eine Schall- oder Wärmedämmung in die Decke integriert werden können.
  • Bei massiven Deckenverkleidungen sind Räume gleich welchen Schnitts, Teildecken sowie Decken-/Wandverbindungen individuell plan- und ausführbar.
  • Moderne Löschtechnik ist auch im Deckenbereich von Wohnräumen einsetzbar. Wo Sprinkleranlagen, wie etwa in Hotels, vorhanden sind, geht die Zahl der Brandverletzten deutlich zurück. Im Brandfall sollen Sprinkler sogar weniger Wasser verbrauchen als die Feuerwehr, wenn sie löschen müsste.

Suchbegriffe: Sonstiges

Weitere Artikel

                                                                                                                                                               

In der aktuellen IVV lesen Sie:

Verwalter müssen Gebäudedaten sammeln
Hausverwaltung zahlt Lösegeld an Erpresser aus dem Darknet