Wohnraumbedarf erfordert eine Investitionsoffensive in den Neubau von Wohnungen

Vor dem Hintergrund des wachsenden Zuzugs von Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Not sind und in Deutschland Schutz suchen, haben Bundesbauministerin Barbara Hendricks und Vertreter von Spitzenverbänden der Bau- und Wohnungswirtschaft am 22. September über die Situation des Wohnungsbaus in Deutschland beraten.

BILD: PIXABAY/ GERALT
BILD: PIXABAY/ GERALT

Der zusätzliche Wohnraumbedarf erfordert eine Investitionsoffensive in den Neubau von Wohnungen, insbesondere im unteren und mittleren Preissegment. Zu einer Wiederbelebung des bezahlbaren und sozialen Wohnungsbaus, vor allem in den Ballungszentren, bedarf es der gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen sowie der Bau- und Wohnungswirtschaft.

An dem Gespräch nahmen teil Prof. Dr.-Ing. eh. Thomas Bauer, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Rolf Buch, Vorsitzender der Plattform Wohnen beim Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA), Dr. Rolf Kornemann, Präsident von Haus & Grund Deutschland, Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Frank Vierkötter Vizepräsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW) und Robert Feiger, Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Beide Seiten äußerten die Überzeugung, dass dazu eine Reihe von Rahmenbedingungen sehr rasch verbessert werden müssen. Die Verbändevertreter regten an, den verstärkten Einsatz industrieller Fertigungsmethoden zu prüfen. Denn Modularisierung, Standardisierung sowie Vorfertigung und Verwendung von Roh- und Ausbauelementen könnten einen Beitrag zur Verkürzung der Bauzeiten und zur Senkung der Baukosten leisten.

Zudem halten die Vertreter der Bau- und Wohnungswirtschaft deutliche Investitionsanreize für den Wohnungsneubau für notwendig. Bundesbauministerin Hendricks betonte, sie befürworte eine zeitlich befristete und regionalisierte degressive Abschreibung auf den Wohnungsneubau, halte aber zusätzlich auch eine erhöhte Abschreibung von neu errichteten Wohnungen mit Sozialbindung für denkbar.

Liegenschaften
Die Gesprächsrunde hält eine verstärkte Mobilisierung von Flächen und Liegenschaften für die Schaffung von Wohnraum für erforderlich. Kommunen müssen rasch neue Flächen für Bebauung ausweisen; es müssen Möglichkeiten für innerstädtische Verdichtung geschaffen werden. Die Vertreter der Bau- und Wohnungswirtschaft begrüßten die Absicht des Bundes, über die Konversionsliegenschaften hinaus Immobilien und Liegenschaften schnell und verbilligt für Zwecke der sozialen Wohnraumförderung bereit zu stellen.

Rechtliche Rahmenbedingungen
Die Verbände der Wohnungs- und Bauwirtschaftsunternehmen sprachen sich für die Aussetzung einiger Standards im gesamten Wohnungsbau aus, zum Beispiel der erhöhten Anforderungen der Energieeinsparverordnung im Neubau, die ab 2016 gelten werden. Grund sei, dass die verschärften Neubauanforderungen nach Berechnungen der Wohnungs- und Bauwirtschaft Kostensteigerungen von 6 bis 10 Prozent beim Wohnungsbau verursachen würden. Übereinstimmend wurde vereinbart, Erleichterungen bei der KfW-Förderung zu prüfen, um die Kostenlast beim Neubau zu senken.

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Weiterführende Links:
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