Mietpreisentwicklung

Wohnen in Norddeutschland immer teurer

In 54 von 62 untersuchten Stadt- und Landkreisen Norddeutschlands erhöhen sich die Mieten binnen eines Jahres. Der größte Anstieg ist in Ostholstein messbar: plus 13 Prozent. Die teuersten Mieten hat Hamburg (12,10 Euro pro Quadratmeter) und das Umland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von immowelt, für die die Angebotsmieten von Wohnungen (40 bis 120 Quadratmetern) in den Stadt- und Landkreisen Norddeutschlands untersucht wurden.

Ähnlich wie in Hamburg steigen auch in den anderen Großstädten die Angebotsmieten nur leicht bis moderat. Das Preisniveau in der Region Hannover erhöht sich um 5 Prozent auf 8,40 pro Quadratmeter. FOTO: PIXELIO/R.STURM
Ähnlich wie in Hamburg steigen auch in den anderen Großstädten die Angebotsmieten nur leicht bis moderat. Das Preisniveau in der Region Hannover erhöht sich um 5 Prozent auf 8,40 pro Quadratmeter. FOTO: PIXELIO/R.STURM

Den stärksten Anstieg verzeichnet der Landkreis Ostholstein: Vor einem Jahr kostete der Quadratmeter im Median noch 8 Euro, aktuell sind es 9 Euro - ein Plus von 13 Prozent. Dank der Lage direkt an der Ostsee und der beliebten Urlaubsgegenden Timmendorfer Strand oder Fehmarn ist der Landkreis besonders attraktiv, was zu einer hohen Nachfrage nach Wohnraum führt. Auch im benachbarten Lübeck und speziell im Ortsteil Travemünde spiegelt sich dies wider. Im Stadtkreis Lübeck steigen die Mieten um 7 Prozent auf 8,50 Euro.

Attraktivität Hamburgs wirkt sich auf umliegende Landkreise aus

Deutlich geringer ist das prozentuale Wachstum in Hamburg. In der Hansestadt sind die Mieten um 3 Prozent gestiegen. Wohnungssuchende müssen derzeit mit Medianpreisen von 12,10 Euro rechnen, vor einem Jahr waren es noch 11,70 Euro. Trotz des vergleichsweise geringen Anstieges ist und bleibt Hamburg die norddeutsche Großstadt mit den höchsten Mieten.

Die Attraktivität Hamburgs wirkt sich auch auf die umliegenden Landkreise aus. Stormarn (9,80 Euro), Pinneberg, Segeberg (je 9,50 Euro) und das Herzogtum Lauenburg (8,40 Euro) auf schleswig-holsteinischer Seite sowie Harburg (9,50 Euro) und Stade (8,50 Euro) auf niedersächsischer Seite befinden sich alle auf ähnlichem Preisniveau. Die Preise sind im Hamburger Umland zwischen 3 und 6 Prozent gestiegen. Alle Landkreise zählen zwar zu den teuersten Regionen des Nordens, verglichen mit Hamburg können Mieter dort aber sparen.

Durch die Verbreitung von Home-Office als Folge der Corona-Krise könnten die ländlicheren Regionen zudem verstärkt in den Fokus geraten. Insbesondere dann, wenn Arbeitnehmer nur noch selten ins Büro in die Stadt fahren müssen.

Größte Mietpreisanstiege im ländlichen Regionen

Ähnlich wie in Hamburg steigen auch in den anderen Großstädten die Angebotsmieten nur leicht bis moderat. Das Preisniveau in der Region Hannover erhöht sich um 5 Prozent auf 8,40 pro Quadratmeter. In der Stadt Bremen (+2 Prozent) kostet eine Mietwohnung im Median 8,20 pro Quadratmeter. Braunschweig (+5 Prozent), Kiel (+3 Prozent) und Oldenburg (0 Prozent) bewegen sich preislich auch knapp über der 8-Euro-Marke.

Die größten Anstiege verzeichnen hingegen eher ländliche Regionen besonders aus Niedersachsen. In den Landkreisen Grafschaft Bentheim, Nienburg (Weser) und Lüchow-Dannenberg klettern die Mieten jeweils um 13 Prozent. Die großen Zuwächse begründen sich durch das sehr niedrige Preisniveau. Lüchow-Dannenberg verzeichnet mit Quadratmeterpreisen von 4,50 Euro die günstigsten Mieten aller untersuchten Kreise.

Berechnungsgrundlage: Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils im 1. Halbjahr 2019 und 2020 angebotenen Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung.

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