BBSR-Studie

Soziale Vielfalt setzt bauliche Vielfalt voraus

Eine vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlichte Studie zeigt: Kommunen und Wohnungsunternehmen stellen die Weichen für sozial vielfältige Neubauquartiere.

Die Anwältin lebt neben der Studentin, die Familie neben dem Single, Jung neben Alt oder die syrische neben der deutschen Familie – wie entstehen solche Wohnviertel? FOTO: PIXELIO/P.SMOLA
Die Anwältin lebt neben der Studentin, die Familie neben dem Single, Jung neben Alt oder die syrische neben der deutschen Familie – wie entstehen solche Wohnviertel? FOTO: PIXELIO/P.SMOLA

Das Institut WEEBER+PARTNER untersuchte 16 Fallbeispiele und befragte dafür Verantwortliche in kommunalen, genossenschaftlichen und privaten Wohnungsunternehmen. Die Projekte zeichnen sich durch eine große Bandbreite planerischer und baulicher Ansätze aus.

Konzeptvergaben fördern Umsetzung sozialverträglicher Wohnprojekte

Soziale Vielfalt setzt der Studie zufolge bauliche Vielfalt voraus: In den Neubauquartieren entstanden unterschiedlich große und vielfältig geschnittene Miet-, Sozial- und Eigentumswohnungen. Sie sind – selbst innerhalb von Gebäuden – sozial gemischt, wobei sich die jeweiligen Anteile im Quartier aus lokalen Erfordernissen ableiten. Die Neubauquartiere bieten auch Platz für gemeinschaftliche Wohnformen, etwa für ältere und pflegebedürftige Menschen. Und sie zeichnen sich durch ein ansprechend gestaltetes und grünes Wohnumfeld aus. Konzeptvergaben fördern die Planung und Umsetzung solcher Vorhaben: Durch sie werden Grundstücke nicht nach Höchstpreis, sondern für das beste Konzept vergeben.

"Wohnen ist kein Luxusgut und darf auch keines werden. Ein gutes Leben in den Städten setzt voraus, dass Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund Tür an Tür wohnen. Das schafft Verständnis füreinander und lebendige Nachbarschaften", sagt der Leiter des BBSR, Markus Eltges. "Die Beispiele zeigen: Soziale Vielfalt und lebendige Nachbarschaften sind auch in den Neubauquartieren wachsender Städte machbar. Sowohl kommunale als freie Wohnungsunternehmen erfüllen hier ihre Verantwortung für sozial vielfältige Quartiere."

Die Studie wurde vom Innovationsprogramm Zukunft Bau des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gefördert. Das BBSR setzt das Programm im Auftrag des BMI um.

Der Titel der Veröffentlichung lautet "Soziale Mischung und gute Nachbarschaft in Neubauquartieren – Planung, Bau und Bewirtschaftung von inklusiven Wohnanlagen". Sie ist als Band 23 der vom BBSR herausgegebenen Reihe "Zukunft Bauen – Forschung für die Praxis" erschienen. Interessierte können sie per Mail kostenfrei bestelen: zb@bbr.bund.de.

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