BVI und Hochschule entwickeln Online-Fernstudium

Akademische Ausbildung soll Verwalter-Beruf attraktiver machen

22.03.2019

Ausbilden, ausbilden, ausbilden und das Image der Branche attraktiver machen – der BVI hat eine breite Initiative gestartet und stellt auf dem Deutschen Immobilien Verwalter Kongress im Mai zwei neue Fernstudiengänge vor.

Studenten während einer Vorlesung im Hörsaal
Fernstudium macht Verwalterberuf attraktiver. Foto: Adobestock/Kasto

Den Bundesfachverband der Immobilienverwalter treibt die Frage um, wie der Berufstand engagierte Nachwuchskräfte für sich begeistern kann und gibt gleich mehrere Antworten.

  • Veranstaltung von Seminaren für Auszubildende und Quereinsteiger unter besonderer Berücksichtigung von Lerninhalten, die nicht in der aktuellen Ausbildung zum „Immobilienkaufmann/-kauffrau“ und „Immobilienfachwirt/-in“ enthalten sind
  • Verbandspräsenz auf Ausbildungsfachmessen und Berufsorientierungstagen zur weiteren Bekanntmachung und Imagestärkung des Berufs „Immoblienverwalter/-in“
  • Bereitstellung von Werbematerialien (Flyer, Imagefilm, Textbausteine für Stellenanzeigen) für BVI-Mitglieder zur Rekrutierung von Auszubildenden und Fachkräften
  • Lobbyarbeit zur Reform des Ausbildungslehrgangs „Immobilienkaufmann/-kauffrau“ und „Immobilienfachwirt/-in“; Forderung nach der Integration von mehr Inhalten zum Wohnungseigentumsgesetz
  • Gegenseitige Besuche und Kooperationen zwischen Berufsschulen und den Landesverbänden des BVI e.V.

Vorläufiger Höhepunkt der Ausbildungsinitiativen ist die Schaffung der zwei neuen Fernstudiengängen „Bachelor Immobilienwirtschaft“ und „Master Immobilienwirtschaft“, die an der privaten bayerischen Hochschule für angewandtes Management (HAM) angesiedelt sind. Zu den geistigen Vätern der Studiengänge zählt BVI-Präsident Thomas Meier. Mit Ihm sprach IVV-Chefredakteur Thomas Engelbrecht.

Es gibt diverse immobilienwirtschaftliche Studiengänge, warum also ein weiterer?

In der Tat gibt es landauf, landab diese Studiengänge, aber nach meinem Kenntnisstand keinen, der auf Immobilienverwalter maßgeschneidert wäre. Unsere Branche hat in vielen Bereichen Nachholbedarf, andererseits bietet sie Zukunftschancen, die gestaltet werden wollen.

Was wird diesen Studiengang auszeichnen?

Es ist das spezielle Konzept Job und akademische Bildung. Wir haben einen semi-virtuellen Studiengang geschaffen. Die Studenten werden vor allem auf einer digitalen Plattform lernen. Zusätzlich haben wir drei Präsenztage pro Semester an der Hochschule vorgesehen, die praxisorientiert und vertiefend sein sollen. Die Absolventen werden ein hohes Maß an Eigeninitiative und Engagement für das Vor- und Nachbereiten an den Tag legen müssen.

Können Sie etwas zu den Inhalten des Studiengangs sagen?

Das Grundstudium des Bachelors wird an der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre ausgerichtet sein und erste Ausflüge zum Beispiel ins Baumanagement oder die Immobilienwirtschaft bieten. Für den Master haben wir Schwerpunkte der Immobilienverwaltung herausgebildet. Es werden Fächer angeboten wie Immobilienrecht, Unternehmensführung und Digitalisierung. Ein weiterer Schwerpunkt wird das Energiemanagement sein, aber auch Verhandlungs- und Gesprächsführung. Wir haben versucht, aus der Praxis für die Praxis Themen auszuwählen, die so spannend sind, um diesen Masterstudiengang absolvieren zu wollen.

Jetzt habe ich noch nichts Spezifisches für die Hausverwaltung gehört. Gibt es Ausflüge ins WEG-Recht oder zur Frage, wie führe ich eine Eigentümerversammlung?

Das wird ein Bereich der Verhandlungs- und Gesprächsführung sein, und auch das Thema Unternehmensführung in der Immobilienverwaltung. Wir haben klare Schwerpunkte im Bereich der Immobilienverwaltung gesetzt.

Ist der Studiengang als eigenständige akademische Ausbildung oder als berufsbegleitende Zusatzqualifikation geplant?

Der Masterstudiengang ist berufsbegleitend organisiert. Wenn ich einen jungen Menschen für mein Unternehmen gewinnen möchte, der gerne eine akademische Ausbildung machen möchte, dann binde ich den vertraglich an mich und gleichzeitig gebe ich ihm die Möglichkeit zum Studium.

Die HAM ist eine private Hochschule. Ist die Höhe der Studiengebühren schon bekannt?

Die HAM ist die größte private Hochschule in Bayern mit derzeit etwa 3.500 Studenten. Die Gebühr für unseren Masterstudiengang beträgt 495 Euro im Monat, der Studiengang läuft drei Semester, also 18 Monate. Ich denke, das ist ein überschaubarer Betrag, der in Fach- und Führungskräfte investiert wird.

Der BVI spricht von Forschungsprojekten mit der HAM. Gibt es da schon konkrete Arbeitsfelder?

Es gibt noch keine konkreten Arbeitsfelder, aber das liegt mir persönlich sehr am Herzen, weil die Immobilienwirtschaft eine Disziplin unserer Volkswirtschaft ist, die kaum Geld für Forschung und Entwicklung in die Hand nimmt, die aber an einer Vielzahl von offenen Fragen laboriert. Ich denke an die WEG-Novelle, wo wir uns sehr schwertun, Politik und Öffentlichkeit zu überzeugen, dass wir mehr Qualität in der Branche brauchen. Hier müssen wir in Forschung investieren. Ich kann mir eine ganze Reihe spannender Themen vorstellen. Zum Beispiel: Wie entwickelt sich der Wert einer Immobilie unter dem Einfluss einer professionellen Instandhaltungsplanung? Oder welche Schrauben müssen gedreht werden, damit Fach- und Führungskräfte dauerhaft in der Branche bleiben?

Herr Meier, danke für das Gespräch.

Suchbegriffe: BVIBachelor ImmobilienwirtschaftMaster Immobilienwirtschaft

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