Gunther Adler muss Hans-Georg Maaßen Platz machen

Baustaatssekretär ist Bauernopfer im Machtkampf zwischen Kanzlerin und Innenminister

Der Machtkampf zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer richtet nun auch schweren Schaden für den Wohnungsbau an. Der in der Branche geschätzte Baustaatssekretär Gunther Adler (SPD) wird mit 55 Jahren in den Ruhestand versetzt. Er muss seinen Posten räumen, damit der noch amtierende Chef des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, als Beamteter Staatssekretär im Innenministerium unterkommt.

Erzwungener Ruhestand mit 55: Staatssekretär Gunther Adler. Foto: BMI
Erzwungener Ruhestand mit 55: Staatssekretär Gunther Adler. Foto: BMI

Mit dem Rauswurf von Gunther Adler ist das Bauressort im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat praktisch verwaist. Horst Seehofer stützt sich auf insgesamt acht Staatssekretäre, darunter drei parlamentarische Staatssekretäre, die als Bundestagsabgeordnete von ihren jeweiligen Parteien ins Ministerium entsandt sind sowie fünf Beamtete Staatssekretäre, die die langfristig angelegte Sacharbeit leisten. Gunther Adler war Beamteter Staatssekretär und seit vielen Jahren Experte für den Wohnungsbau. Alle Verbände der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft schätzen Adler als verlässlichen Gesprächspartner und Fürsprecher in Wohnungsbauangelegenheiten.

Terrorexperte soll sich dem Wohnungsbau widmen

Das Bauressort soll von Staatssekretär Hans-Georg Engelke übernommen werden, einem Experten für Sicherheitsfragen. Engelke war von 2006 bis 2010 Abteilungsleiter Terrorismus/Islamismus beim Bundesamt für Verfassungsschutz, von 2011 bis 2012 Referatsleiter Einsatz und Führung der Bundespolizei im BMI und von 2012 bis 2014 Unterabteilungsleiter Verfassungsschutz sowie Leiter Stab Terrorismusbekämpfung im BMI.

GdW spricht von einem „fatalen Signal“

Die Branchenverbände fürchten, dass die Causa Gunther Adler den sogenannten Wohngipfel am 21. September im Kanzleramt belastet. Andreas Ibel, Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) wird mit den Worten zitiert: „Dass der zuständige Staatssekretär zwei Tage vor dem Wohngipfel abberufen wird, sorgt in der Immobilienbranche für große Unruhe und Besorgnis.“

Deutliche Kritik übt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft (GdW). „Für uns ist diese Entscheidung nicht im geringsten nachvollziehbar. Sie ist eine herbe Hiobsbotschaft für unsere gesamte Branche und ein Unding in einer Zeit, in der es darum geht, mit allen Kräften für deutlich mehr bezahlbares Bauen zu sorgen.“ Es sei ein fatales Signal, wenn es unter Horst Seehofer keinen Baustaatssekretär mehr geben soll.

Als einziger baupolitischer Sprecher der im Bundestag vertretenen Parteien übte der FDP-Abgeordnete Daniel Föst Kritik an der Personalrochade. Das wichtige Thema Bauen und Wohnen lande im Innenministerium endgültig auf dem Abstellgleis. "Dass Adler als ausgewiesener Experte nun über diese Personal-Farce der Großen Koalition zum Bauernopfer wird, spricht Bände."

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