Modernisieren und energetisch sanieren

bauverein AG setzt auf Hanf als Dämmmaterial

02.08.2018

In Darmstadt beginnt die bauverein AG damit, 17 Wohnungen im Bestand zu modernisieren und energetisch zu sanieren. Das Besondere daran: Der kommunale Immobiliendienstleister nutzt für die Dämmung erstmals ein natürliches Material und setzt auf Hanf.

BILD: ADOBESTOCK/VDR

Als nachwachsender Rohstoff gilt Hanf als interessante ökologische Alternative zu herkömmlichen Dämmstoffen. Mit dem eingesetzten Fassadendämmsystem besitzt der Ober-Ramstädter Hersteller Caparol eine Alleinstellung im deutschen Markt. Die Dämmplatte besteht aus natürlichen Rohstoffen, die während ihres Wachstums erhebliche Mengen Kohlendioxid binden und sehr gut recyclebar sind.

Pilotprojekt zur Hanfdämmung bei einem Mehrfamilienhaus

Produkteigenschaften wie hohe Diffusionsoffenheit oder verbesserter Schall- und Hitzeschutz gehören gleichfalls zu den Vorzügen dieser Wärmedämmung. Bemerkenswert sind insbesondere die guten Dämmeigenschaften des Materials in Kombination mit seiner beeindruckenden Ökobilanz: Hanf speichert mehr Kohlendioxid als für Anbau, Ernte, Verarbeitung und Transport in die Atmosphäre gelangt. Die Großmodernisierung der Viktoriastraße 42 stellt damit ein Pilotprojekt zur Hanfdämmung bei einem Mehrfamilienhaus dar.

Auch wird insgesamt bei dem Projekt auf den Einsatz zertifizierter schadstofffreier und gut recycelbarer Materialien geachtet. Alle Materialien, die im Rahmen der Modernisierung verwendet werden, werden vor Baubeginn einem Gutachter vorgelegt und von diesem für den Einbau freigegeben.

Vier zusätzliche Wohnungen entstehen

Mitte Juli wird die bauverein AG damit beginnen, das Gebäude zu überarbeiten. Dabei werden Fassade und Dach saniert und im Zuge der Dacherneuerung auch das Dachgeschoss ausgebaut. Dadurch entstehen vier zusätzliche Wohnungen. Die Grundrisse der bestehenden Wohnungen werden optimiert, die Elektrik sowie die Sanitäranlagen komplett erneuert und eine Fußbodenheizung eingebaut. Darüber hinaus werden Fenster, Wohnungs- und Hauseingangstüren sowie Hauseingangsbereich und Klingelanlage erneuert.

Im Zuge der Großmodernisierung wird auch ein hinter dem Gebäude vorhandenes kleines Grundstück für einen Anbau erschlossen. Auch erhält das Gebäude ein zweites Treppenhaus sowie einen Aufzug. Damit sind alle über dieses Treppenhaus angeschlossenen Wohnungen barrierefrei zugänglich.

Die Arbeiten in der Viktoriastraße beginnen Mitte Juli und sollen bis August 2019 dauern.

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