200.000 neue Wohnungen fehlen

In Berlin mangelt es an Bauland

Die meisten Wohnungsunternehmen würden ja gerne bauen, es mangelt aber Baukapazitäten, es mangelt an Bauland und es herrscht ein schwieriges Neubauklima. Das ergab eine Umfrage unter großen und bauenden Berliner Mitgliedsunternehmen des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.

Die Neigung zu großer Bauaktivität ist zu spüren, berliner Wohnungsunternehmen sehen jedoch Hürden. FOTO: PIXABAY
Die Neigung zu großer Bauaktivität ist zu spüren, berliner Wohnungsunternehmen sehen jedoch Hürden. FOTO: PIXABAY

Damit Berlin mit seinem Wachstum Schritt halten kann, müssen bis 2030 rund 200.000 neue Wohnungen errichtet werden. Prognosen zufolge sollen die Einwohnerzahlen bis 2035 die Grenze von vier Millionen übersteigen. Das wären eine halbe Million mehr als 2015.

Alle Signale müssten auf Neubau und Entwicklung gestellt werden. Das heißt: Mehr Bauland, mehr Vernetzung und Abstimmung zwischen Berlin und Brandenburg, mehr Investitionen in den Ausbau der gemeinsamen Infrastruktur. Dies war von BBU-Vorstand Maren Kern zu hören. Immer neue Vorgaben dürften das Bauen und Wohnen nicht noch zusätzlich verteuern.

Ergebnisse der Umfrage unter 16 Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen

Mit jeweils gut 63 von 100 Punkten wurden „Fehlende Baukapazitäten“ und „Fehlen von Bauland“ von den an der BBU-Umfrage teilnehmenden Wohnungsunternehmen nahezu gleichauf als größte Neubauhemmnisse bewertet. Mit gut 61 Punkten folgten „Teures Bauland“ auf Platz zwei und mit 60 Punkten „Schwieriges Neubauklima“ auf Platz drei. Auf deutlich über 50 Punkte brachten es auch die Aspekte „Steigende Baupreise“ (rd. 59 Punkte) und „Langwierige Baurechtschaffung“ (rd. 58 Punkte). Kern: „Hier sind viele dicke Bretter benannt, die sich als erhebliche Hemmschuhe für ein sozial ausgewogenes Wachstum von Berlin erweisen können.“ An der Umfrage beteiligten sich 16 Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen mit einem Wohnungsbestand von über 800.000 Wohnungen, davon rund 520.000 in Berlin. 

Investitionen von rund 1,3 Milliarden Euro für Neubau in 2017

Für 2017 planen die Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen Neubauinvestitionen von rund 1,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr wäre das eine Steigerung um fast 80 Prozent. Damit diese Entwicklung in den kommenden Jahren weiter anhält, setzt sich der BBU für eine neubaufreundliche Politik ein.

Printer Friendly, PDF & Email
11.9.2024
BBU-Bilanz 2023 für Brandenburg
Trotz sehr moderater Mieten und deutlich steigender Kosten haben die Wohnungsunternehmen in Brandenburg 2023 kräftig in den Neubau und die Bestandsmodernisierung investiert. Allerdings nehmen die...
13.3.2024
BBU-Marktmonitor 2023
Die sozial verantwortlich handelnden Wohnungsunternehmen in Berlin und Brandenburg erhöhen ihre Mieten weiterhin nur sehr moderat – und verlieren dadurch immer mehr an Finanzkraft für Neubau und...
1.9.2026
BBU-Jahrespressekonferenz: Kurs halten für bezahlbares Wohnen
Der Wohnungsbau in Berlin war 2025 rückläufig, die Mitgliedsunternehmen des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) haben 2025 jedoch mehr gebaut als im Vorjahr. Die Zahl der...
22.7.2025
BBU-Jahresbilanz für Berlin
Die soziale Wohnungswirtschaft der Hauptstadt leistet Rekordinvestitionen, die vom Baukastensog aufgezehrt werden, und spricht vom Rudern gegen die Strömung. Man werde dicke Bretter bohren müssen...
1.10.2025
Wohnungswirtschaft in Brandenburg
Zwischen Stabilität und Belastung stehen Brandenburgs Wohnungsmärkte: Während die Mieten bezahlbar bleiben, geraten die Investitionen zunehmend unter Druck. Der Neubau verlangsamt sich und in...
5.3.2026
BBU-Marktmonitor 2025
Die Schere zwischen Bestandsmieten und Neuvertragsmieten geht in Berlin weiter auseinander. Dramatisch ist die Höhe der Mieten für Neubauwohnungen. Und wer glaubt, im Brandenburger Umland günstig...