Trotz schwieriger Bedingungen: Mehr gebaut als im Vorjahr
Rund 6.000 Wohnungen haben die BBU-Mitgliedsunternehmen 2025 in Berlin fertiggestellt – fast 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Stadtweit ging die Zahl der Fertigstellungen im selben Zeitraum um gut 28 Prozent auf rund 11.000 zurück. Damit stammt mehr als jede zweite 2025 in Berlin fertiggestellte Wohnung von einem Unternehmen der sozialen Wohnungswirtschaft. Zusammen mit Genossenschaften, kirchlichen und stiftungsgetragenen Anbietern gehören inzwischen mehr als 40 Prozent der Berliner Mietwohnungen Unternehmen, die gemeinwohlorientiert vermieten.
Deutlich mehr Geld für Modernisierungen
Für 2026 planen die Unternehmen Investitionen von 3,7 Milliarden Euro – 15,1 Prozent mehr als 2025. Ein Zuwachs, der vor allem in den Bestand fließt: Die Modernisierungsinvestitionen sollen um 52,3 Prozent steigen, die Neubauinvestitionen um 5,9 Prozent. Hintergrund ist die zweite große Modernisierungswelle, die durch Klimaziele und den Umbau der Wärmeversorgung ausgelöst wird.
Diskussion um Vergesellschaftung erschwert Investitionen
Mit Schneller-Bauen-Gesetz, Verwaltungsreform und dem Gesetz für einfaches Bauen hat Berlin eine bundesweite Vorreiterrolle übernommen, und trotz angespannter Haushaltslage hält das Land an 1,5 Milliarden Euro Wohnungsbauförderung jährlich fest. Entsprechend zeigte sich in einer BBU-Befragung vom Juni 2026 die deutliche Mehrheit der Unternehmen zufrieden mit der Zusammenarbeit zwischen Landesregierung und Wohnungswirtschaft, betonte BBU-Vorstädnin Maren Kern knapp drei Wochen vor der Wahl in Berlin. Allerdings belaste die Diskussion um die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände das Investitionsklima, betonte Kern. Die BBU-Mitgliedsunternehmen erwarten Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Projekten oder Ankäufen und berichten davon, dass sich Banken aus der Finanzierung Berliner Bestände zurückziehen und Projekte auf Eis liegen. Entsprechend halten knapp 91 Prozent es für wichtig, dass keine Vergesellschaftung erfolgt.
Vorschläge für besseren Mieterschutz
Dass die Sorgen um bezahlbares Wohnen berechtigt sind, bestreitet der BBU nicht – wohl aber, dass eine Vergesellschaftung sie lösen würde. „Enteignung schafft keine einzige zusätzliche Wohnung, und keine bestehende wird dadurch günstiger", so Vorständin Maren Kern. Sinnvoller sei ein Dreiklang aus mehr Neubau, konsequenter Durchsetzung des geltenden Mietrechts und mehr Transparenz bei den Energiekosten. Gegen die schwarzen Schafe am Mietmarkt schlägt der Verband vor, die Ahndung von Mietpreisüberhöhung zu erleichtern und Mieterberatung sowie Mietpreisprüfstelle zu stärken; beim beschlossenen Mietenkataster sieht er Nachbesserungsbedarf bei Datenqualität, Vollzug und Zeitplan. Beim größten Kostentreiber der vergangenen Jahre, den Betriebskosten, fordert er bundeseinheitliche Transparenz- und Aufsichtsregeln für leitungsgebundene Fernwärme.











