BBU-Marktmonitor 2025

Die zwei Welten des Mietwohnungsmarktes

Die Schere zwischen Bestandsmieten und Neuvertragsmieten geht in Berlin weiter auseinander. Dramatisch ist die Höhe der Mieten für Neubauwohnungen. Und wer glaubt, im Brandenburger Umland günstig wohnen zu können, muss sehr weit aufs Land ziehen.

Das Zentrum von Potsdam: In der Landeshauptstadt Brandenburgs verlangen BBU-Unternehmen eine durchschnittliche Bestandsmiete von 6,97 Euro. Die Neuvertragsmiete beträgt 8,72 Euro, während Erstvermietungspreise in Neubauten bei 13,48 Euro liegen. Foto: Adobestock/Maurice Tricatelle
Das Zentrum von Potsdam: In der Landeshauptstadt Brandenburgs verlangen BBU-Unternehmen eine durchschnittliche Bestandsmiete von 6,97 Euro. Die Neuvertragsmiete beträgt 8,72 Euro, während Erstvermietungspreise in Neubauten bei 13,48 Euro liegen. Foto: Adobestock/Maurice Tricatelle

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hat den Marktmonitor 2025 vorgelegt. Die Analyse basiert auf den Daten von 343 Mitgliedsunternehmen in Berlin und Brandenburg. Zusammen bewirtschaften sie rund 1,12 Millionen Wohnungen. Für die Hauptstadt zeige die Auswertungen der BBU-Daten ein differenziertes Bild: Während die Bestandsmieten sich moderat und mit einem Plus von 3,6 Prozent ähnlich wie im Vorjahr entwickelten, fiel die Steigerung bei den Neuvertragsmieten mit 11,1 Prozent deutlicher aus. Im BBU-Gesamtbestand lag die Nettokaltmiete per 30. Juni 2025 in gut 722.000 ausgewerteten Verträgen bei durchschnittlich 7,10 Euro nettokalt pro Monat und Quadratmeter (Vorjahr: 6,85 €/m2). Bei den gut 33.600 ausgewerteten Neuverträgen von BBU-Mitgliedsunternehmen betrug die durchschnittliche Miete 9,54 Euro (Vorjahr: 8,59 €/m2). Dazu trugen vor allem die Wiedervermietungsmieten bei: Sie stiegen um rund 11,5 Prozent auf 9,21 Euro (8,26 €/m2), während die Entwicklung bei der Erstvermietung von Neubauwohnungen bei rund 7,0 Prozent auf 13,55 Euro (Vorjahr: 12,66 €/m2) lag. Nach Einschätzung von Verbandschefin Maren Kern bewegen sich die Mieten der BBU-Mitgliedsunternehmen auch nach den jüngsten Erhöhungen weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und deutlich unterhalb der Portalmieten. Kern: „Die Entwicklung bei den Neuvertragsmieten spiegelt vor allem die stark gestiegenen Baukosten der vergangenen Jahre wider.“

Mietmärkte in Brandenburg

Die Bestandsmieten lagen zum Erhebungsstichtag 30. Juni 2025 bei den Brandenburger Mitgliedsunternehmen bei durchschnittlich 6,00 Euro nettokalt pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat. Das entspricht einer Steigerung um knapp 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (5,82 €/m2). Dieser Wert basiert auf der Auswertung von fast 274.000 Mietverträgen im Land Brandenburg. Die Neuvertragsmiete bei BBU-Mitgliedsunternehmen im Land Brandenburg lag Ende Juni 2025 bei durchschnittlich 7,13 Euro nettokalt. Das waren rund fünf Prozent mehr als 2024 (6,78 €/m2). Das ergab die Auswertung von gut 19.200 in Brandenburg neu abgeschlossenen Mietverträgen. Die Erstbezugsmieten im Neubau lagen 2025 bei 12,53 Euro (12,85 €/m2). „Innerhalb Brandenburgs zeigen sich dabei deutliche regionale Unterschiede. Deshalb sprechen wir auch von zwei Mietwelten im Land“, so Maren Kern.
 

Speckgürtel: Moderat im Bestand, steigend bei Wiedervermietung

Im Berliner Umland lagen die Bestandsmieten bei BBU-Mitgliedsunternehmen zum 30. Juni 2025 bei 6,65 Euro nettokalt pro Quadratmeter, ein Anstieg um rund 3,3 Prozent zum Vorjahr (6,44 €/m2). Als Neuvermietungsmiete wurden bei ihnen durchschnittlich 8,36 Euro vereinbart – eine Steigerung um 6,7 Prozent (7,83 €/m2). Die durchschnittliche Erstvermietungsmiete im Neubau betrug zum Stichtag 13,00 Euro (13,25 €/m2). 

Weiterer Metropolenraum: Deutlich günstiger als das Berliner Umland

Mit 5,56 Euro lag die Stichtags-Bestandsmiete in den Städten des weiteren Metropolenraums knapp drei Prozent über dem Vorjahreswert (5,40 €/m2). Die Neuvertragsmiete von 6,50 Euro lag 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert (6,30 €/m2). Damit beträgt der Abstand zwischen den durchschnittlichen Neuvertragsmieten in den Städten des weiteren Metropolenraums und denen des Berliner Umlands (8,36 €/m2) mittlerweile 1,86 Euro oder fast 30 Prozent (Vorjahr: 1,53 € bzw. 24 %). Hingegen haben sich die Erstvermietungspreise für Neubauwohnungen mittlerweile fast angeglichen. Sie lagen im weiteren Metropolenraum 2025 bei 12,53 Euro (+4,2 %, Vorjahr 12,02 €/m2) und damit nur noch weniger als einen halben Euro unter denen im Berliner Umland (13,00 €/m2). Kern: „Neubaumieten spiegeln Kostenentwicklungen direkt wider, weil dort die drastisch gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten unmittelbar durchschlagen.“

Kritik an Dramatisierung der politischen Debatte

BBU-Chefin Maren Kern fordert von der Politik einen differenzierten Blick auf die Wohnungsmärkte. Die Debatte über steigende Mieten orientiere sich oft an Portalangeboten – doch ein großer Teil des Marktes funktioniere anders. Die neuen BBU-Daten zeigten, dass viele Wohnungen weiterhin deutlich günstiger vermietet werden, als es die Berichterstattung und die öffentliche Wahrnehmung vermuten lassen. In Berlin lagen die Neuvertragsmieten der BBU-Mitgliedsunternehmen zur Jahresmitte 2025 bei 9,54 Euro nettokalt. Auf Vermietungsportalen seien dagegen im Schnitt 16,61 Euro aufgerufen worden. Diese Differenz von 74 Prozent erkläre sich auch dadurch, dass die Angebote der BBU-Mitgliedsunternehmen in den Portalen deutlich unterrepräsentiert seien. „Portalangebote zeigen nur die lauten Spitzen des Marktes, nicht seine Breite. Wer daraus auf das allgemeine Mietniveau schließt, bekommt ein verzerrtes Bild der Wohnwirklichkeit in Berlin“, so Maren Kern. Damit wendet sie sich gegen politische Bestrebungen zur Markregulierung, die „unerfüllbare Erwartungen wecken und Vertrauen beschädigen“. Als Beispiele nannte sie die Berliner Vergesellschaftungsdebatte sowie Entwürfe zu Wohnraumbewirtschaftungsgesetzen im Berliner Wahlkampf.
 

Redaktion (allg.)

Pixabay/ Mohamed_hassan
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