Nach langer Planung

In Berlins Süden entsteht ein neues Wohnquartier

Gemeinsam mit einem Partner hat die Berliner Groth Gruppe 2012 im Südwesten Berlins das fast 100 ha große Grundstück in Lichterfelde Süd erworben und entwickelt seitdem zusammen mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf unter dem Namen „Neulichterfelde“ ein Wohnquartier. Es soll über 2.500 Wohnungen und Flächen zur gewerblichen Nutzung mit dazu gehörigen Nahversorgungs- und Infrastruktureinrichtungen verfügen.

Gelände Lichterfelde. BILDER: GROTH GRUPPE
Gelände Lichterfelde. BILDER: GROTH GRUPPE

Der Baustart soll in 2020 erfolgen

Das ca. 97 Hektar große Quartier Neulichterfelde (inklusive der Lichterfelder Weidelandschaft) im Bezirk Steglitz-Zehlendorf wird auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der Amerikaner „Parks Range“ entstehen. Geplant sind zwischen Anhalter Bahn und Osdorfer Straße rund 2.500 Wohnungen, davon ca. 540 Sozialwohnungen, ca. 1.540 Miet- und Eigentumswohnungen sowie etwa 420 Reihenhäuser. Zum Quartier gehören auch drei Kitas, eine Grundschule mit Sporthalle und Sportplatz, eine Jugendeinrichtung und ein Stadtplatz mit 20.000 qm Büro- und Gewerbeflächen. Die geförderten Mietwohnungen werden von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO AG errichtet.

Planung für die Quartiersentwicklung in Neulichterfelde

Gemeinsam mit ihren Innovationspartnern stellt die Groth Gruppe die Planung für die Quartiersentwicklung in Neulichterfelde vor – weit vor dem Baubeginn. In dem neuen Quartier sollen Lösungen für die drängendsten Zukunftsaufgaben entwickelt werden. Etwa wie, Ökologie und Ökonomie, Klima und Umwelt in Einklang gebracht werden können; Wie Digitalisierung und neues Mobilitätsbewusstsein unser künftiges Leben verändern.

In der Planungsphase arbeiteten der Projektentwickler Groth und die Partner Toyota Kreditbank (Mobilität), Naturstrom(Energie), Goldnetz (Bildung und Community) sowie der BUND (Umwelt und Naturschutz) intensiv zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, mit Neulichterfelde ein innovatives, ökologisches, und ökonomisches Referenzprojekt für das urbane Leben im 21. Jahrhundert zu entwickeln und zu realisieren.

Mobilitätslösungen von der Toyota Kreditbank

Für die Verwirklichung eines innovativen Mobilitätskonzepts wurde die Toyota Kreditbank GmbH (TKG) als Bank einer der größten Automobilhersteller der Welt gewonnen. Bei Neulichterfelde agiert die TKG in ihrer Funktion als Mobilitätsentwickler.

Mithilfe unterschiedlicher Mobilitätsangebote soll der konventionelle Autoverkehr in Neulichterfelde weitestgehend reduziert und die Bewohner zum Umstieg auf den ÖPNV bzw. nichtmotorisierte, elektromotorisierte sowie wasserstoffbetriebene Alternativen bewegt werden. Die Toyota Kreditbank-Geschäftsführung denkt vor allem an eine Verknüpfung von Mikromobilität und dem ÖPNV, eine Pendler-App, On-Demand-Shuttles oder auch neuartige Fahrzeuge – mit und ohne Motor.

Mobility-Spots

Am S-Bahnhof sowie in den Teilquartieren entstehen sogenannte Mobility Spots. Diese verfügen über Sharing-Angebote für Kurz- und Mittelstrecken. Mit Hilfe der Quartiers-App soll der digitale Zugang zu den Mobilitätsangeboten gewährleistet und ein nahtloser Übergang zwischen verschiedenen Alternativen ermöglicht werden.

Ziel aller Mobilitätsentwicklungen ist die Steigerung der Lebensqualität der Bewohner und Besucher von Neulichterfelde. Zur Abgas- und Lärmreduzierung setzt die TKG vor allem auf Mikromobilitätslösungen wie Pedelecs oder E-Tretroller. Ein Shuttle sorgt dafür, dass mobilitätseingeschränkten Menschen ein ebenso nahtloser Zugang zum ÖPNV ermöglicht wird wie allen anderen Personen – getreu der Unternehmensvision Mobilität für alle.

Öko-Energieversorger Naturstrom wird das klimaneutrale Mikrostadtwerk für Neulichterfelde

Naturstrom hat für Neulichterfelde ein integriertes Energiekonzept entwickelt, was weit mehr als nur die Strom- und Wärmeversorgung umfasst. Herzstück des  Konzeptes ist die klimaneutrale Wärmeversorgung. Dabei kommen u.a. biogasgetriebene und von Solarthermie unterstützte Blockheizkraftwerke (BHKW) zum Einsatz, Highlight ist jedoch die Errichtung eines innovativen und vollkommen brennstofffreien Wärmepumpenquartiers. Für die Stromerzeugung werden Photovoltaikanlagen auf den Dächern installiert, welche gemeinsam mit den BHKWs das Mieterstromprodukt „NeulichtStrom“ speisen sollen. Verbunden werden sollen diese Elemente über eine moderne Energiedatenerfassung im „Internet der Dinge“. Auch Mobilitätsaspekte sind im Naturstrom-Konzept vorgesehen, das Unternehmen will hier sein etabliertes Elektro-Lastenrad-Angebot Donk-EE zum Einsatz bringen. Zudem will Naturstrom wie bei allen seinen Projekten in einen engen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort treten, etwa durch eine Visualisierung von Energiebereitstellung und -verbrauch u.a. in der Quartiers-App und Energieberatung vor Ort. Die konsequent verzahnten, intelligenten Technologien nutzen insbesondere dem Klima: Während die Wärme- und Stromversorgung für ein herkömmliches Quartier dieser Größe etwa 6.385 Tonnen CO2 pro Jahr verursachen würde, sollen es in Neulichterfelde lediglich 139 Tonnen pro Jahr sein.

Vernetzte Nachbarschaften durch Goldnetz

Das gute Zusammenleben in Neulichterfelde, den nachbarschaftlichen Austausch und auch das Kennenlernen wird die Goldnetz gGmbH organisieren. Hierfür werden Netzwerke und auch Projekte für das neue Quartier initiiert und begleitet, sodass ein neues Community-Bewusstsein entsteht und das Zusammenleben prägen kann. Ganz nach dem Motto: Miteinander statt Nebeneinander! Unterstützung in vielen Lebenslagen etwa beim Einzug, Organisieren von Betreuung, Entwicklung von Teilhabeplattformen oder ehrenamtlichen Netzwerken sind nur einige Aufgaben, für die Goldnetz in Neulichterfelde ein eigenes Stadtteilbüro einrichten wird.

BUND schützt und bewahrt die „Lichterfelder Weidelandschaft“

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland wird sich in Neulichterfelde um die „Lichterfelder Weidelandschaft“ kümmern, insbesondere um den Erhalt und die Pflege der wertvollen Lebensräume mit ihrer besonderen Artenvielfalt und dem eindrucksvollen Landschaftsbild. Die Weidelandschaft soll künftig besser erlebbar werden, hierzu ist eine behutsame Erschließung vorgesehen, um ein sinnliches Naturerleben zu ermöglichen. Geplant ist auch die Einrichtung eines Umweltzentrums mit vielfältigsten Angeboten aus den Bereichen Natur und Umwelt.

Die Berliner Morgenpost berichtete am 17.12.2012 (!), dass der Baustart für 2015 geplant war.

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Ziel: Das Neubauquartier Future Living in Berlin-Adlershof:
Auf 7.600 qm entstehen 70 Mietwohnungen, 20 Boarding House-Studios, 10 Gewerbeeinheiten. Alle Wohnungen sind vorkonfiguriert. Über eine zentrale App oder über Sprache kann die Wohnung gesteuert, individualisiert und um weitere smarte Produkte erweitert werden. Die Bauherrin GSW kooperiert mit Technologiepartner wie Panasonic, Schindler und Daimler Benz.

 

Weiterführende Links:
www.grothgruppe.de

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