degewo plant Neubau von 720 Wohnungen

Berlin braucht neue Wohnungen. Deshalb stellt die degewo die Weichen auf Neubau. In mehreren Stadtteilen plant Berlins führendes Wohnungsunternehmen den Bau von 720 neuen Wohnungen. Davon könnten allein in der Gropiusstadt bis zu 400 Wohnungen auf degewo-eigenen Grundstücken entstehen.

Geplante Bestandsimmobilien in in der Gropiusstadt, Foto: degewo
Geplante Bestandsimmobilien in in der Gropiusstadt, Foto: degewo
„Wir haben die Potenziale für Wohnungsneubau in der südlichen Gropiusstadt in einem städtebaulichen Gutachterverfahren von renommierten Architekten ermitteln lassen“, sagt degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka. Baubeginn ist frühestens 2014. Im nächsten Schritt sollen die im Quartier wohnenden Mieter beteiligt werden. Der Vorstand nutzte die Präsentation der positiven Jahresbilanz 2011 auch dazu, auf die aktuelle Diskussion um die Mieten in Berlin einzugehen. In den Beständen lagen sie 2011 mit 5,09 Euro/qm unter der ortsüblichen Vergleichsmiete gemäß Mietspiegel von 5,25 Euro/qm in denselben Stadtteilen.

Die Gropiusstadt ist gefragt wie lange nicht mehr. Eine regelrechte Aufbruchsstimmung hat das Wohnungsunternehmen hier ausgemacht. Kein Wunder: Seit 2009 werden die Bestände umfassend energetisch saniert, neue Spielplätze gebaut, Grünanlagen aufgewertet und mit dem neuen Wutzky zeitgemäße Einkaufsmöglichkeiten geschaffen. Insgesamt investiert die degewo im Neuköllner Quartier mehr als 92 Millionen Euro bis 2016. Der kurz vor der Eröffnung stehende Flughafen BER entwickelt eine zusätzliche Sogwirkung. „Wir wollen die Chance nutzen mit Neubau die südliche Gropiusstadt weiter zu verbessern – für heutige und zukünftige Bewohner“, sagt Frank Bielka. Drei renommierte Architekten – Prof. Bernd Albers, Prof. Regine Leibinger und Prof. Christoph Mäckler – haben das Quartier analysiert. Im Ergebnis sind Neubauten von bis zu 400 Wohnungen geplant. Die degewo setzt vor allem auf Mietwohnungen. Angedacht sind zudem Eigentumswohnungen. „Hiermit wollen wir in erster Linie Mietern die Möglichkeit geben, Wohneigentum in ihrem eigenen Viertel zu erwerben.“ Berlins führendes Wohnungsunternehmen legt zudem größten Wert darauf, dass sich die Neubauten in die bestehende Bebauung einfügen. „Sie sollen das Quartier verbessern, das Gesicht der Gropiusstadt aber nicht verändern“, erklärt Frank Bielka. In einem nächsten Schritt werden die Architekten Entwürfe ausarbeiten. Parallel dazu werden die Mieter beteiligt und zu einer Reihe von Bewohnerversammlungen einladen. Denn die Zukunft der Gropiusstadt soll gemeinsam geplant werden. Doch nicht nur in der Gropiusstadt sieht Berlins führendes Wohnungsunternehmen Potenziale für Neubau auf eigenen Grundstücken. Auch in Mariengrün (45 Wohnungen), Adlershof (bis zu 75 Wohnungen) und Köpenick (40 Wohnungen in Friedrichshagen, 80 am Müggelseedamm und weitere 80 in der Joachimstraße) sind Flächen identifiziert.

Neben den Neubauplänen treibt das Unternehmen die Modernisierung der Bestände voran. Außer in der Gropiusstadt wird bis 2016 unter anderem in Mariengrün, den Alboinhöfen und im Schillerhof saniert. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 246 Millionen Euro für mehr als 6.000 Wohnungen. „Die wirtschaftliche Stabilität der degewo ist die Grundlage für die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen und künftige Neubauprojekte“, sagt degewo-Vorstandsmitglied Christoph Beck. Zum siebten Mal in Folge schreibt das Wohnungsunternehmen schwarze Zahlen. Das Geschäftsjahr wurde mit einem Gesamtergebnis von 23,9 Millionen Euro im Konzern abgeschlossen. Die Gesamtverschuldung sank um 14 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2002 konnte die Gesamtverschuldung um 612 Millionen Euro gesenkt werden. Der Leerstand sank von 9,7 % in 2003 auf durchschnittlich 3,6 % im Jahr 2011. „Das spricht für die Attraktivität des Wohnungsangebots der degewo“, sagt Christoph Beck.

In Beständen die modernisiert sind, liegt der Leerstand sogar durchschnittlich bei nur 1,5 %. „Neben dem gestiegenen Wohnkomfort hat sich bei den Mietern herumgesprochen, dass die Nebenkosten erheblich sinken“, sagt degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka und rechnet vor: „Nach einer Sanierung zahlen die Mieter durchschnittlich 73 Cent/qm monatlich für Heizung und Warmwasser. Also fast die Hälfte weniger als zuvor.“ Bei einer 70 qm-Wohnung spart der Mieter 34 Euro Betriebskosten im Monat.

Wenn über die Mieten in Berlin gesprochen wird, und darüber, wie man diese begrenzen könne, dann dürfe man den Gesamtzusammenhang nicht aus den Augen verlieren, erklärt Frank Bielka: „Die hohe Integrationsleistung, das enorme Engagement bei der Quartiersentwicklung sowie erhebliche CO2-Einsparungen müssen berücksichtigt werden. Stabile Nachbarschaften und Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif.“ Die degewo bewege sich mit ihren Mieten bereits deutlich unterhalb des Mietspiegels.

„Wir erhöhen die Mieten nicht einfach pauschal, sondern sehen uns die Situation unserer Mieter in den Quartieren genau an. Wo es soziale Härten gibt, etwa ein besonders geringes Familieneinkommen oder eine kleine Rente, fällt eine Mieterhöhung auch schon mal geringer aus oder wird verschoben“, klärt Bielka auf. Die durchschnittliche Nettokaltmiete im freifinanzierten Bestand lag mit 5,09 Euro/qm im Jahr 2011 deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete gemäß Mietspiegel in Höhe von 5,25 Euro/qm in denselben Stadtteilen.

Printer Friendly, PDF & Email
Frei
Bild Teaser
Teaser
Den richtigen Zeitpunkt für etwas zu finden, ist eine hohe Kunst, die vor allem in der Politik gefragt ist. Der frühere kanadische Premierminister ...
Premium
Bild Teaser
Weniger Kohlendioxid im Gebäudesektor
Teaser
Der Klimaschutz im Gebäudesektor ist gescheitert! Ein Jahr nach dieser Erkenntnis und dem dramatischen Appell der Wissenschaftsinitiative „Praxispfad ...
Neuer Techem Atlas 2026
Wie entwickeln sich Heizkosten, Energieverbrauch und Wassernutzung in deutschen Mehrfamilienhäusern? Welche Rolle spielen Wärmepumpen im Gebäudebestand? Und wie weit ist die Digitalisierung bei Mess-...
Die Wohnungswirtschaft im Blick
Fünf Anbieter für serielle Sanierung haben die Deutsche Allianz für Serielle Sanierung (DASS) als politische Interessensvertretung und Informationsplattform gegründet. Der Kreis der...