Neue Studie des DIW

Ende des Baubooms?

Schaut man sich derzeit in den Städten um, wird gebaut und gebaut. In jeder freien Lücke entstehen neue Appartements – zumeist Eigentumswohnungen.

Neubau (Bild: Pixabay)
Neubau (Bild: Pixabay)

Die derzeitige Wachstumsrate liegt bei etwa zehn Prozent jährlich, betrachtet man die Neubauten von Wohnungen in Deutschland. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert dem Immobilienmarkt und der Baubranche jedoch ein baldiges Ende des Wohnungsneubaus. Als Gründe nennen die Experten knappes Bauland, fehlende Handwerker und steigende Baupreise.

Stagnation am Markt

Die Bauwirtschaft gilt als Treiber der Konjunktur im Land. Im Jahr 2016 wurden 278.000 neue Wohnungen errichtet. Im vergangenen Jahr stieg diese Zahl noch einmal auf knapp 300.000 Wohnungen und für 2018 rechnet man mit 320.000 neu gebauten Quartieren.

Inflationsbereinigte Investitionen im Wohnungsneubau legen laut Studie in diesem Jahr allerdings nur noch um etwa fünf Prozent zu. Im Jahr 2019 erwartet man eine Steigerung um lediglich knapp ein Prozent. Stagnieren soll auch bei derdie Zahl der genehmigten Wohnungsneubauten. Laut Statistischem Bundesamt verzeichnete man hier erstmals einen Rückgang seit 2008

Fachkräftemangel in der Baubranche

"Der Eigenheimbau dürfte unter den perspektivisch steigenden Zinsen und den erheblich gestiegenen Bodenpreisen leiden", schreiben die Experten in ihrer Studie. Im Jahr 2017 stiegen die Preise um gut drei Prozent und auch in den kommenden zwei Jahren wird mit einer Steigerung von mehr als drei Prozent aufgrund der hohen Nachfrage gerechnet. In begehrten Lagen in großen Städten wird das Bauland außerdem immer knapper.

Die Bauwirtschaft hat den Rand der Belastungsgrenze erreicht. Der Fachkräftemangel in der Branche tut sein Übriges, so die Forscher. Es wird zunehmend schwerer, Fachleute fürs Bauen zu rekrutieren, was sich bereits heute darin zeigt, dass bei Terminen mit Dachdeckern, Elektrikern oder Heizungsinstallateuren mit langen Wartezeiten zu rechnen ist. Der Kunde muss zudem höhere Preise für die Leistungen berappen. Der Nachwuchs an Fachkräften fehlt nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.

Die Studie erstellt das DIW jährlich im Auftrag des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

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