Energiekonferenz West: "Klimaschutzziele sind nicht zu erreichen"

Teile der Wohnungswirtschaft sind skeptisch: Mit den heutigen Vorschriften und Förderinstrumenten seien die Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht zu erreichen. Auf der Energiekonferenz West der EBZ in Essen wurden Zweifel laut.

Auditorium der Energiekonferenz West. Foto: Engelbrecht
Auditorium der Energiekonferenz West. Foto: Engelbrecht

Rund 1.000 Teilnehmer waren zum Eröffnungstag der über zwei Tage laufenden Energiekonferenz in der Essener Philharmonie angemeldet. Die Tagung wird vom EBZ Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft als großes Netzwerktreffen verstanden. Vertreter von Wohnungsunternehmen diskutieren mit NRW-Landespolitikern, Bauzulieferindustrie und Energiedienstleistern Fragen der Energiewende und Gebäudeenergieeffizienz.

"Mieterstromprojekte endlich fördern"

In seiner Eröffnungsrede mahnte NRW-Umweltminister Johannes Remmel, Berlin müsse endlich die Voraussetzungen für Mieterstromprojekte schaffen. Ohne konkret zu werden ist der Branche klar, was Remmel meint: Das Gewerbesteuerrecht solle so geändert werden, dass Einnahmen aus dem Verkauf von dezentral erzeugtem Strom nicht dazu führen, dass auch die Mieterlöse mit Gewerbesteuer "infiziert" werden.

"Die Energiewende ist unsozial"

Keinen Widerspruch löste die These aus, dass es einerseits einen gesellschaftlichen Konsens über die Ziele der Klimaschutzpolitik in Deutschland gebe. Andererseits bestehen Zweifel, wie belastbar dieser Konsenz wirklich ist. Denn eine zweite These war ebenfalls unstrittig: Die Energiewende sei unsozial; Haushalte mit niedrigem Einkommen tragen die finanzielle Hauptlast über die EEG-Umlage, die jede Kilowattstunden Strom um mehr als 6 Cent verteuert.

"EnEV ist nicht technologieoffen"

Wie bei zahlreichen anderen Tagungen der Wohnungswirtschaft wurde auch auf der Energiekonferenz West deutlich, dass viele Akteure der Energieeinsparverordnung (EnEV) überdrüssig sind. Kaum jemand glaubt, das die nächste Novelle der EnEV Innovationen fördert und die Umsetzung der Energiewende erleichtert. Die EnEV spreche zwar sowohl die Dämmung der Gebäudehülle als auch die Haustechnik an, sie sei aber nicht wirklich technologieoffen. Denn die entscheidende Größe sei nach wie vor der Transmissionswärmeverlust der Hauswände - der durch immer dickere Dämmschichten reduziert werden muss.

"Wohnungswirtschaft muss selbst forschen"

Dass es bei der Wärmedämmung so dick kommen konnte, liege möglicherweise an den falschen Beratern. Folglich wurde in Essen die These formuliert, die Wohnungswirtschaft müsse eigene Forschung und Entwicklung betreiben. Von den Forschungsmilliarden der Öffentlichen Hand komme so gut wie nichts in der Immobilienbranche an. EBZ-Vorstand Klaus Leuchtmann appelliert seit geraumer Zeit bei diversen Gelegenheit, die Branchenverbände müssten sich gemeinsam bei Bund und Ländern für Forschungsgelder einsetzen.

"Handwerk behindert Energiewende"

Ein weiteres Hindernis bei der Umsetzung der Energiewende erkannte die Energiekonferenz beim Handwerk. Zwar fand NRW-Bauminister Michael Groschek lobende Worte für die Leistungen des Handwerks, hier widersprach ihm jedoch Alexander Rychter, Direktor des vdw Rheinland-Westfalen deutlich. Rychter sieht, unter Hinweis auf die Erfahrungen seiner Mitgliedsunternehmen, beim Handwerk einen hohen Bedarf an technischer Qualifizierung.

 

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